Es wäre Ihr Alptraum, oder? Auf Ihrer Baustelle kommt es zur Insolvenz Ihres Vertragspartners.

Die Folge » Sie ver­lie­ren als Bauherr:innen viel Geld und blei­ben auf dem unfer­ti­gen Gebäude sit­zen. Niemand wünscht sich die­ses Szenario! Deshalb beant­wor­ten wir in die­sem Blogbeitrag diese Fragen und geben Tipps zum Umgang mit die­ser Situation:

1. Was bedeu­tet eine Bauinsolvenz für Sie als Bauherr*innen?
2. Welche Komplikationen kön­nen auf­tre­ten?
3. Was geschieht mit den Nachunternehmern, mit den Arbeiten, die sie aus­füh­ren?
4. Was ist mit den ent­ste­hen­den Kosten?
5. Gibt es Insolvenzen mit Vorsatz?
6. Wie kann man eine dro­hende Insolvenz erken­nen und was müs­sen Sie zu tun, wenn der Insolvenzfall ein­tritt?
7. Wie kön­nen Sie sich schüt­zen und was kos­tet das?

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1.Was bedeutet eine Bauinsolvenz für Sie als Bauherr*innen?

Für Sie als Bauherr:innen bedeu­tet die Insolvenz Ihres Baupartners der Verlust von Geld, sehr viel Zeit und noch mehr Nerven. Nichts geht mehr, wenn das Insolvenzverfahren ins Rollen gerät.

 

2.Welche Komplikationen können auftreten?

Die Baustelle ruht, der Bautenstand darf nicht ver­än­dert werden. Das Insolvenzverfahren bedeu­tet min­des­tens 3 Monate Stillstand, bis durch einen vor­läu­fi­gen Insolvenzverwalter ent­schie­den wurde, ob das Verfahren durch­ge­führt wurde oder man­gels Masse (Geldmittel) das Verfahren nicht ein­ge­lei­tet wird.
Die Baustelle ist in die­ser Phase oft schon vor dem Kenntnis der Bauherren geräumt, die Nachunternehmer kom­men auf Sie zu, wol­len Geld und Material zurück, weil sie nicht bezahlt wur­den. Neue Unternehmer zu fin­den, die den Bau für einen akzep­ta­blen Preis fort­set­zen, ist schier unmög­lich. Existenzangst steigt auf, denn meist ist das Bauvorhaben zu die­sem Zeitpunkt bereits über­zahlt und an Gewährleistung ist nicht zu denken.

 

3. Was geschieht mit den Nachunternehmern und mit den Arbeiten, die sie ausführen?

Die Nachunternehmer ver­lie­ren meist auch viel Geld und werden mit in die Insolvenz gerissen.

 

4. Was ist mit den entstehenden Kosten?

Es wird teuer, das kann ich ver­spre­chen, denn neben der zu befürch­ten­den Überzahlung müs­sen Sie auch noch Gutachter für die Feststellung des Bautenstandes und Anwält:innen für die Rechtsberatung bezah­len. Diese Kosten kann man zwar spä­ter, falls das Verfahren eröff­net wird, zur Insolvenztabelle anmel­den, lei­der kommt dabei meist jedoch nichts her­aus. Zu hoch sind die Verbindlichkeiten und die Anzahl der Gläubiger. In der Regel geht man dann lei­der leer aus.

 

5. Gibt es Insolvenzen mit Vorsatz?

Es gibt auch Insolvenzen mit Vorsatz. Diese sind straf­recht­lich rele­vant. Das Strafgesetzbuch hat dafür sogar einen Straftatbestand: Insolvenzverschleppung. Das bedeu­tet – ver­ein­facht gesagt- dass die Baufirma den Kunden gegen­über ver­schlei­ert, dass sie zah­lungs­un­fä­hig sind. Es wird, obwohl erfor­der­lich, bewusst kein Insolvenzantrag gestellt oder, falls doch, dann zu spät.

 

6. Wie kann man eine drohende Insolvenz erkennen?

Das sind Kennzeichen für eine dro­hende Insolvenz und Ihre „roten Lampen“ 🚨 soll­ten unbe­dingt ange­hen, wenn sich Folgendes ereignet:

🚨 Es kommt zu häu­fi­gen Baustopps und Bauzeitverzögerungen.

🚨 Der Bauunternehmer bit­tet um einen Vorschuss oder ver­langt über­höhte Zahlungen.

🚨 Die Werklöhne der Nachunternehmer werden nicht bezahlt.

🚨 Auf die Baustelle wird kein neues Material mehr gelie­fert oder wie­der abgeholt.

🚨 Der Auftragnehmer ist plötz­lich nicht mehr oder nur noch schwer erreichbar.

🚨 Die Nachunternehmer bie­ten dem Bauherrn an, bei Direktzahlung die Arbeit fortzuführen.

7. Wie können Sie sich schützen? Was ist zu tun und wieviel Euro kostet das?

Unter www.insolvenzbekanntmachungen.de kön­nen Sie sich zunächst infor­mie­ren, ob das Bauunternehmen bereits einen Insolvenzantrag gestellt hat. Sie soll­ten auf kei­nen Fall wei­tere Zahlungen leis­ten und der Bautenstand sollte unver­züg­lich geprüft werden. Bewertet werden hier­bei nur die Leistungen, die bereits durch Einbau in Ihr Eigentum über­ge­gan­gen sind. Nutzen Sie die Zeit bis zur Klärung, ob das Verfahren durch­ge­führt wird oder nicht.

Der Gang zur Fachanwältin/zum Fachanwalt für Bau-und Architektenrecht ist jetzt unumgänglich:

Dann ist der Gang zur Fachanwältin für Baurecht unum­gäng­lich. Diese prüft, ob der Werkvertrag noch vor der Insolvenzeröffnung gekün­digt werden kann. Sobald das Verfahren eröff­net wurde, kann der Insolvenzverwalter ent­schei­den, ob er den Vertrag wei­ter erfüllt oder nicht. Und bis zur Ausübung sei­nes Wahlrechts steht die Baustelle still. Das kann meh­rere Monate dau­ern. Kündigungsgrund ist in der Regel die Leistungseinstellung, also der Stillstand der Bautätigkeit, sowie der Verzug des Werkunternehmers mit sei­ner Leistungserbringung.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass das Bauvorhaben in Zusammenarbeit mit dem Baupartner fort­ge­führt und eine Insolvenz ver­mie­den werden kann. Vorsicht! Ohne Anwältin kön­nen Formfehler began­gen werden, die nicht zu hei­len sind!

UND: Erst, wenn die ver­trag­li­che Situation mit der zah­lungs­un­fä­hi­gen Baufirma geklärt ist, kann ein neue Firma für die Fertigstellung beauf­tragt werden!

Wenn das Insolvenz-Verfahren eröff­net ist, ist nur noch der Insolvenzverwalter und nicht mehr die Baufirma Ihr Ansprechpartner. Der Insolvenzverwalter wird dann nach Prüfung der Unterlagen ent­schei­den, ob er das Bauvorhaben fort­setzt, also den Vertrag erfüllt (Was lei­der in den sel­tens­ten Fällen ein­tritt), oder das Bauvorhaben end­gül­tig gestoppt wird. Spätestens dann, bes­ser aber vor­her, muss der Bautenstand fest­ge­stellt sein.

Nicht sel­ten werden pri­vate Bauherren in die­sen Phasen von unbe­rech­tig­ten Forderungen des Insolvenzverwalters respek­tive des ehe­ma­li­gen Baupartners kon­fron­tiert. Das ist gar nicht so sel­ten und wird Sie ver­un­si­chern. Daher suchen Sie auch in die­sen Fällen so schnell wie mög­lich eine:n Fachanwalt/Fachanwältin für Baurecht auf, diese wird Ihnen dabei hel­fen unbe­rech­tigte Forderungen abzu­weh­ren und eine ein­ver­nehm­li­che Lösung mit den Parteien zu finden.

ACHTUNG: Achten Sie dar­auf, sobald es zu unge­wöh­li­chen Zahlungsaufforderungen durch den Baupartner kommt, wenn das Insolvenzverfahren bereits bean­tragt ist, kei­nes­falls etwas zu zah­len. Diese Zahlungen kön­nen spä­ter vom Insolvenzverwalter ange­foch­ten werden. Dann ist auch die­ses Geld ver­lo­ren und Sie müs­sen gege­be­nen­falls noch­mals zahlen.

Sie werden Zeit ver­lie­ren, denn die Prüfung durch den Insolvenzverwalter, der sich alle Geschäftsabläufe anschauen muss, kann zwi­schen 3 und 12 Monaten dauern.

Diese Zeit wird Ihnen wie eine Ewigkeit vor­kom­men, der Bau steht still in die­ser Zeit. Das ist eine große Belastungsprobe für die Familie!

Deshalb sollte man bei den ers­ten Anzeichen nicht zögern, eine:n Fachanwält:in für Baurecht zu beauf­tra­gen, sie kennt die Abläufe und hilft Ihnen, die Krise cle­ver zu meis­tern. Die Fachanwältin kann dem Insolvenzverwalter eine Frist zur Ausübung sei­nes Wahlrechts (s.o.) set­zen und so die Voraussetzung schaf­fen, den Bauvertrag außer­or­dent­lich zu kün­di­gen. ACHTUNG! Vor der Ausübung des Wahlrechts ist eine Kündigung in der Regel nicht mög­lich. Nutzen Sie daher die Möglichkeit mit dem Insolvenzverwalter und Ihrer Fachanwältin einen schnel­len und ein­ver­nehm­li­chen Weg zu fin­den, der es Ihnen ermög­licht, das Bauvorhaben mög­lichst schnell fortzuführen.

Auf kei­nen Fall dür­fen Sie ohne fach­an­walt­li­chen Rat selbst kün­di­gen! Das kann sehr teuer werden, da an die Voraussetzungen zur außer­or­dent­li­chen Kündigung hohe Anforderungen zu stel­len sind.

So schützen Sie sich vor einer Insolvenz und die Folgen Ihres Baupartners:

Ich will die­sen Blogbeitrag natür­lich nicht schlie­ßen, bevor ich Ihnen keine wir­kungs­vol­len Tipps an die Hand gege­ben habe, die Sie vor den Folgen der Insolvenz schüt­zen kön­nen:

>Zahlen Sie auf kei­nen Fall Vorkasse.

>Informieren Sie sich vor Vertragsunterzeichnung über die finan­zi­elle Situation des Baupartners.

>Zahlen Sie die erste Baurate erst nach Vorlage der gesetz­lich ver­pflich­ten­den Fertigstellungssicherheit in Höhe von 5% der Bausumme ein. 

>Verhandeln Sie auf eine Gewährleistungssicherheit in Hohe von fünf Prozent der Bausumme für die Zeit nach Abnahme und hal­ten Sie diese im Bauvertrag fest.

Bauherren haben immer einen gesetz­li­chen Anspruch auf eine Fertigstellungssicherheit in Höhe von fünf Prozent der Bausumme (§ 650m Abs. 2 BGB). Sie dient der pünkt­li­chen Fertigstellung des Gebäudes ohne wesent­li­che Mängel. Diese Sicherheit hilft Bauherren auch im Falle einer Insolvenz des Unternehmens. Mit Hilfe der ein­be­hal­te­nen Summe kön­nen sie ent­stan­dene Zusatzkosten zumin­dest abmil­dern.

Die Gewährleistungssicherheit für die Zeit nach Abnahme ist nicht gesetz­lich ver­an­kert und sollte ver­trag­lich ver­han­delt werden, denn was bringt Ihnen die Gewährleistungszeit von 5 Jahren ab Abnahme, wenn die Firma nach 3 Jahren in die Insolvenz fällt?

In Ihr Bauglück kom­men Sie sicher und ent­spannt mit mei­ner Strategie der eige­nen, per­fek­ten Vorbereitung auf Ihr Bauprojekt und den rich­ti­gen Partnern an Ihrer Seite:

> Nutzen Sie das kos­ten­freie Bauglück-Angebot und besu­chen Sie unsere Webinare für pri­vate Bauherr:innen.

> Werden Sie Teil der Facebook-Gruppe “Bauglück und Freude beim Bauen” und pro­fi­tie­ren so von einer großen Community aus Bauherren und Bauexperten.

> Eignen Sie sich eige­nes Wissen an und machen Sie den Online-Kurs Bauherrenführerschein. » wei­tere Informationen: https://www.bauglueck.de/bauherrenfuehrerschein/

> Lassen Sie Ihren Bauvertrag vor Vertragsabschluss prüfen und einen aus­ge­wo­ge­nen Zahlungsplan vorlegen.

> Lassen Sie Ihr Bauvorhaben durch einen baubegleitenden Qualitätskontrolleur beglei­ten. Im Rahmen der Teilnahme an unse­rem Online-Kurs Bauherrenführerschein ver­mit­teln wir Ihnen einen Sachverständigen ganz in Ihrer Nähe bzw. dem Postleitzahlengebiet Ihres Bauvorhabens.

Fazit:
Sie hal­ten Ihr Bauglück selbst in der Hand. Durch eigene Kompetenz und prä­ven­tive Beratung werden Sie sicher bau­glück­lich. Viel Spaß bei Ihrem Eigenheimprojekt.

 

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