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Wann müssen Sie als Bauherr:in an den Handwerker eine Vorauszahlung leisten?

Das ist defi­ni­tiv eine der meist­ge­stell­ten Fragen von Bauherren, die bei Ihrem Hausbauprojekt die Gewerke ein­zeln ver­ge­ben. Was Sie tun kön­nen,  um Handwerkern bei Auftragserteilung nicht durch hohe à cto. Zahlungen aus­ge­lie­fert zu sein, erkläre ich in die­sem Blogbeitrag:

Grundsätzlich ist ein Bauunternehmer vor­leis­tungs­pflich­tig, das heißt, er muss erst bauen und dann wird nach der Abnahme das man­gel­freie Werk bezahlt.

Da aber immer mehr Unternehmer mit die­ser Regelung Probleme beka­men, wurde im Gesetz vor­ge­se­hen, dass der Unternehmer berech­tigt sein soll, gem. § 632a BGB Abschlagszahlungen zu for­dern. Diese Regelung wurde aus der VOB/B über­nom­men. Sie gilt auch bei Verbrauchern, also bei pri­va­ten Bauherren wie Ihnen.

Natürlich müs­sen auch für die­sen Fall beson­dere Voraussetzungen erfüllt sein.

 

In welchem Fall kann ein Handwerker überhaupt Abschlagszahlungen verlangen?

Hier gilt § 632a BGB: Ein Handwerker kann Abschlagszahlungen verlangen…

  1. für die erbrach­ten ver­trags­ge­mä­ßen und man­gel­freien Teilleistung, sowie
  2. für erfor­der­li­che Stoffe oder Bauteile, die eigens ange­fer­tigt oder ange­lie­fert wor­den sind,
  3. jedoch nur für in sich abge­schlos­sene Teile der zu erbrin­gen­den Leistungen und nur, wenn dem Bauherr das Eigentum an die­sen Teilleistungen, Stoffen und Bauteilen über­tra­gen oder dafür Sicherheit geleis­tet wird.

Das heißt im Klartext, dass der Unternehmer grund­sätz­lich kei­nen Vorschuss auf eine noch nicht erbrachte Leistung for­dern darf.

 

Als Entlastung für den vorleistungspflichtigen Unternehmer gedacht:

Die Vorschrift des § 632a BGB soll den vor­leis­tungs­pflich­ti­gen Unternehmer, der ohne Abschlagszahlungen oft über einen län­ge­ren Zeitraum teure Materialien und Personal vor­zu­fi­nan­zie­ren hat, ent­las­ten und die mit der Vorfinanzierung ver­bun­de­nen wirt­schaft­li­chen Nachteile ausgleichen.

So weit so gut…doch wie kön­nen Sie als Verbraucher:in und / oder Baulaie wis­sen, was eine „ange­mes­sene“ Abschlagszahlung ist?

Ist das der Wert der Leistung oder der Wertzuwachs auf dem eige­nen Grundstück?

Darauf habe ich eine klare wie ein­fa­che Antwort: Der Wert der Leistung kön­nen nicht Sie son­dern nur Ihr bau­be­glei­ten­der Qualitätskontrolleur benennen.

Übrigens: Als Absolvent:in unse­res Online-Kurses Bauherrenführerschein ist die Benennung eines baubegleitenden Qualitätskontrolleurs in Ihrer Nähe Teil unse­res Service.

Das können Sie tun, wenn der Unternehmer keine Vorleistung erbringen will:

Sie kön­nen

  1. den Vertrag gar nicht erst abschließen
  2. dem Unternehmer eine Finanzierungsbestätigung Ihrer Bank für das Bauvorhaben vorlegen
  3. vom Unternehmer eine Vertragserfüllungs- oder Vorauszahlungsbürgschaft fordern.

Was passiert im schlechtesten Fall?

Im schlech­tes­ten Falle haben sie Geld bezahlt und erhal­ten keine Gegenleistung. Es kann auch sein, dass zwar Leistungen ein­ge­baut werden, diese aber man­gel­haft sind, auch dann haben Sie, wenn bereits bezahlt wurde, kei­nen Hebel, um den Unternehmer zur Mängelbeseitigung zu bewegen.

Denken Sie an die Vertragserfüllungssicherheit:

Nach dem Gesetz ist der Unternehmer grund­sätz­lich vor­leis­tungs­pflich­tig. Wenn er von Ihnen eine Vorleistung ver­langt und Sie am Unternehmer fest­hal­ten wol­len, dann zah­len Sie nur, nach­dem Ihnen eine Vertragserfüllungssicherheit oder eine Vorauszahlungsbürgschaft vor­ge­legt wurde.

Ich emp­fehle Ihnen dringend, dass Sie jeden Vertrag vor der Unterzeichnung prüfen las­sen und nur nach Vorlage einer Sicherheit, die der Unternehmer Ihnen stellt und die von einem Fachanwalt geprüft wurde, zahlen.

Mein Apell an Sie als Bauherren lau­tet des­halb: Es geht um Ihr Geld, den ein­zi­gen Trumpf, den Sie haben – kom­men Sie des­halb nicht jeder Forderung Ihres Handwerkers nach, nur, um ihn nicht zu ver­lie­ren, son­dern ent­schei­den Sie mit Augenmaß und Umsicht.

Als Teilnehmer:in des Bauherrenführerscheines wird Ihnen auch das mit auf den Weg gege­ben und Sie ler­nen, wie Sie mit Ihren Vertragspartnern auf Augenhöhe kommunizieren.

Sie ste­hen noch am Anfang Ihres Projektes? Dann starten Sie am bes­ten hiermit:

Pfeil zum Bauherrenführerschein

Wenn Sie bereits wis­sen, dass Sie ein Fertighaus bauen möchten:

Wenn Sie noch unent­schlos­sen sind, wie Sie bauen möchten:

Checkliste: Hausangebote ver­gleich­bar machen: