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Den richtigen Baupartner für Ihr Hausbauprojekt zu finden ist eine Mammutaufgabe. So lösen Sie diese:

Die Entscheidung, ein eige­nes Haus bauen zu wol­len, ist eine der Wichtigsten in Ihrem Leben, denn die meis­ten Menschen bauen nur ein­mal in ihrem Leben.

Umso wich­ti­ger ist es, sich die rich­ti­gen Partner an die Seite zu holen. Deshalb möchte ich Ihnen mit die­sem Blogbeitrag einen klei­nen Leitfaden an die Hand geben, wie Sie garan­tiert den idea­len Baupartner für Ihr Hausbauprojekt finden.

Falls Ihre Entscheidung für Ihr Hausbauprojekt bereits gefällt wurde, haben Sie sich bestimmt schon ein­mal diese Fragen gestellt:

1. Wie kann ich die Angebote von Hausherstellern vergleichen?

2. Wie finde ich das rich­tige Hausangebot für mich?

3. Brauche ich eigene Berater für mein Hausprojekt?

Ich rate Ihnen aber, sich vorher auch diese Fragen zu stellen:

  • Welche Kriterien muss mein Haus erfüllen?
  • Welche Bauweise ist die rich­tige für mich?
  • Wie groß muss mein Haus werden und wel­chen Raumbedarf habe ich?
  • Wie hoch ist mein Gesamtbudget?
  • Was sind meine Wünsche und warum will ich bauen?

Häufig lerne ich Baufamilien ken­nen, die sich unter­ein­an­der nicht einig sind: “Sie” will ein Haus aus Holz, “er” möchte Stein auf Stein bauen. So war es übri­gens bei mei­nem Mann und mir auch. (…mein Mann hat gewon­nen 😉). Heute woh­nen wir in einem Haus, das, trotz des Baujahres 2003 die ener­ge­ti­schen Anforderungen für 2021 erfüllt, da sich mein Mann – mit Weitblick – für einen sehr guten Stein ent­schie­den hat. An kal­ten Tagen füh­len wir uns warm und woh­lig in unse­rem Zuhause, an war­men Tagen wird die Hitze lange draus­sen gehalten.

Diese Schritte sind wir gegangen. Ein Leitfaden, den ich gerne an Sie weitergebe:

Nachfolgend schil­dere ich Ihnen, wel­che Schritte wir bei unse­rem pri­vate Hausbauprojekt gegan­gen sind, um den rich­ti­gen Baupartner zu fin­den, weil es in mei­nen Augen der per­fekte Leitfaden ist, den ich gerne an Sie weitergebe:

Auch für uns stand am Anfang die Frage: Mit wem wol­len wir eigent­lich unser Haus bauen und wie kön­nen wir aus all den Angeboten das rich­tige Hausangebot für uns fin­den? Die Antwort war schnell gefunden:

  • Anforderungen bestim­men
  • Budget fest­le­gen und
  • Angebote ver­glei­chen, ver­glei­chen, vergleichen,…

Das hat viel Zeit und Nerven gekos­tet, war aber im Nachhinein abso­lut die rich­tige Entscheidung. Wir ent­schie­den uns dazu, auf einem eige­nen Grundstück mit einem GU und einer eige­nen Planung zu bauen. Daher hat­ten wir als ers­ten Meilenstein die Aufgabe den rich­ti­gen Vertragspartner zu fin­den:

Für uns war klar wie groß das Haus werden sollte, dass wir Stein auf Stein und mit einem hohen ener­ge­ti­schen Standard bauen woll­ten. Außerdem hat­ten wir bereits ein eige­nes Grundstück (natür­lich mit Bodengutachten) und eine eige­ner Genehmigungsplanung, die wir, gemein­sam mit einem eige­nen Architekten geplant hatten.

 

So ver­glei­chen Sie Hausangebote:

Es ging also los: Wir began­nen Angebote ein­zu­ho­len und zu ver­glei­chen. Dazu besuch­ten wir zuvor viele Neubaugebiete, schrie­ben uns die Namen der Baufirmen von den Bauschildern ab, die an den Häusern stan­den, die uns beson­ders gut gefie­len. Auch Musterhausparks haben wir besucht und im Internet recherchiert.

So hat­ten wir nach eini­ger Zeit 10 indi­vi­du­elle Angebot vor­lie­gen, die wir mit unse­rem ‑damals noch „exo­ti­schen“ BBQ (baubegleitenden Qualitätskontrolleur) — Punkt für Punkt ver­gli­chen haben: 10 Firmen erfüll­ten unse­ren Anforderungskatalog und wir wuss­ten: Wir müs­sen uns viel Zeit neh­men, alle zu vergleichen.

Lassen Sie sich einen Mustervertrag geben!

Schnell zeigte sich bereits am Mustervertrag, ob die Baufirma als Vertragspartner in Frage kommt oder nicht. Bereits bei der Qualität des Angebots und der Fachkompetenz der Beratung kann man erah­nen, ob es sich um einen seriö­sen Baupartner han­delt oder nicht.

Die Leistungsbeschreibung ist das Herzstück Ihres Bauvertrages:

Als Bauherr:in ohne Fachwissen sind Sie für unse­riöse Hausanbieter ein gefun­de­nes Fressen. Bauherren ver­las­sen sich auf die Angaben auf der Homepage und Internetbewertungen, die lei­der wenig aussagen.

Außerdem wis­sen Baulaien meist nicht, wor­auf es bei der Baubeschreibung wirk­lich ankommt, wie man sie liest und richtig ver­steht. Die Leistungsbeschreibung ist jedoch das Herzstück Ihres Vertrages.  Viele Baufamilien ver­las­sen sich lei­der noch viel zu oft auf Hochglanzversprechungen und pla­nen lie­ber schon ein­mal das Wohnzimmer und wie man alles mög­lichst „hyg­ge­lig“ gestal­ten kann.

Fassen Sie als Bauherr:in mit spe­zi­el­len Fragen nach, wird oft abge­wie­gelt mit geschwur­bel­ten Floskeln:
„Ein bes­se­res Angebot bekom­men Sie nicht“,
die­sen Preis haben wir nur für kurze Zeit“ oder
„alles schlüs­sel­fer­tig, Sie müs­sen sich um nichts kümmern“.

Schnäppchenpreise“ sind in der Regel leere Versprechungen und Ihnen als Bauherr:in sollte klar sein: Es geht bei die­sen Werbeaussagen nur um eins: den Kunden mög­lichst schnell zur Unterschrift zu bewe­gen und „vom Markt zu holen“, damit er erst gar nicht auf die Idee kommt, Hausangebote zu vergleichen.

Viele Bauende las­sen sich vom rei­nen Hauspreis locken und bemer­ken zu spät, dass die Baubeschreibung unvoll­stän­dig war. Es fehlt in der Regel die eigene Kompetenz und das eigene Fachwissen um nach­voll­zie­hen zu kön­nen, ob es sich um ein gutes oder schlech­tes Angebot handelt.

Hausangebote sind kom­plex und kön­nen nicht ohne eige­nes Fachwissen und kom­pe­tente Beratung erfasst werden.  Wenn Sie dar­auf ver­zich­ten, ris­kie­ren Sie, dass es bei Ihrem Hausprojekt zu Mehrkosten, Baustopp, Nachfinanzierungen und Bauverzug kommt.

Referenzbaustellen nennen lassen:

Doch zurück zu unse­rer Baustelle: Es fie­len nach unse­rer ein­ge­hen­den Prüfung bereits 5 Baupartner raus. Für die rest­li­chen lie­ßen wir uns Referenzbaustellen nen­nen und prüf­ten nach, ob die Preise das hiel­ten, was sie ver­spra­chen und ob sie markt­ge­recht waren.

Das waren die Fragen, die Sie auch Ihren Referenzgebern stel­len sollten:

  • Seit wann baut diese Firma?
  • Wie baut diese Firma?
  • Wie waren die Abwicklung und die Kommunikation wäh­rend der Bauphase?

Und die wich­tigste Frage:
Wie ver­hält sich die Firma, wenn es zu Mängeln oder Konflikten auf der Baustelle kommt?

Hier zeigt sich der wahre Wert eines Unternehmens: Den Bauherren auf Augenhöhe begeg­nen, ihre Wünsche, Ängste und Bedürfnisse ernst neh­men. Fehler und Mängel ein­ge­ste­hen und ziel­ge­rich­tet besei­ti­gen. Kooperatives und kon­struk­ti­ves Miteinander. Darauf kommt es an!

Viele Unternehmer bie­ten genau das nicht. Sie tau­chen unter, ver­bie­ten Bauherren den Mund, besei­ti­gen Mängel nicht oder unzureichend, ver­plem­pern die Bauzeit, bedie­nen zu viele Bauvorhaben gleichzeitig.

Das sind die Kriterien, die dafür spre­chen, die Firmen von der Liste zu strei­chen. So war es auch bei uns, es blie­ben noch 2 Firmen in der enge­ren Wahl.

Diese bei­den Firmen haben wir einer Wirtschaftsauskunft unter­zo­gen und die Firmen genau mit dem Baubegleitenden Qualitätskontrolleur (BBQ) gecheckt. Es war nicht so ein­fach die Auskunft zu lesen. Mit dem ange­eig­ne­ten Know-How und der Beratung des Experten, war jedoch schnell klar, wer unser Baupartner werden würde.

Das Angebot die­ser Firma war ein­fach am bes­ten. Es erfüllte fol­gende Kriterien:

• Das Leistungsangebot war detail­liert, alle Materialien und Lohnanteile waren nach­voll­zieh­bar dar­ge­stellt, unsere Sonderwünsche waren genau bepreist und etwaige Gutschriften bereits Teil des Angebotes.

• Der Zahlungsplan war aus­ge­wo­gen. Wir waren zu kei­nem Zeitpunkt in der Überzahlung.

• Die Pläne basier­ten auf der von uns vor­ge­leg­ten Planung und waren prä­zise auf unser Grundstück abge­stimmt. Es gab keine ver­steck­ten Fallstricke. Alle Höhen und Nivellierungen auf dem Grundstück waren berücksichtigt.

• Alle Preise und Leistungen wur­den offen kom­mu­ni­ziert.

• Das Unternehmen hat sich die Baustelle ange­schaut und das Bodengutachten zur Grundlage des Vertrages gemacht.

• Den Bauvertrag habe ich als Fachanwältin für Bau-und Architektenrecht natür­lich inten­siv geprüft und ver­han­delt. Es war nicht sehr leicht und auch ein biss­chen anstren­gend, unsere Bedürfnisse und Sichtweisen in den Vertrag zu ver­han­deln. Es ist mir jedoch gelun­gen. Dem Unternehmer war letz­ten Endes klar, dass wir Partner auf Augenhöhe und keine Bittsteller waren.

Meine wich­tigs­ten Verhandlungstipps sind Teil mei­nes Online-Kurses Bauherrenführerschein, den ich spe­zi­ell für pri­vate Bauherr:innen entwickelt habe. Sie ler­nen im Bauherrenführerschein, u.a. wie Sie als zukünf­tige Bauherr:in richtig ver­han­deln und wor­auf es sonst noch wäh­rend der Bauphase ankommt. Der Online-Kurs ist mein Herzensprojekt, ent­stan­den aus mei­nen eige­nen Erfahrungen beim Bau, das ich jedem Leser die­ses Blogbeitrags wirk­lich nur emp­feh­len kann. Hier erfah­ren Sie mehr über mein Herzensprojekt, das Sie garan­tiert vor Baukrisen bewahrt »>

Ein Tipp noch: Nur wenn Sie sich als Bauherr:in inten­siv mit dem Bauvertrag und tech­ni­schen Fragen befasst haben, alle Unterlagen gründ­lich mit Experten ver­gli­chen und geprüft haben, kön­nen Sie erfolg­reich ver­han­deln und dem Unternehmer auf Augenhöhe begeg­nen. Keine Frage darf offen sein, alle Unklarheiten soll­ten bespro­chen und jedes Detail des Vertrages ver­stan­den sein. Sie müs­sen wis­sen, dass alles, was Sie ver­trag­lich regeln wol­len, auch ver­trag­lich fest­ge­schrie­ben ist.

FAZIT: Ein Angebot für den Hausbau muss gründ­lich geprüft und inhalt­lich nach­voll­zieh­bar sein. Das kos­tet Zeit, etwas Geld und Nerven, lohnt sich aber wirklich!

Eines ist sicher: Ohne eigene Kompetenz geht es nicht! Bauherren ohne Fachwissen sind ein gefun­de­nes Fressen für unse­riöse Hausanbieter. Lassen Sie es nicht so weit kom­men und ach­ten Sie auf fol­gende Punkte genau:

• Machen Sie sich schlau! »Weitere Infos zum Bauherrenführerschein
• Detailliertes Preisangebot mit Berücksichtigung gewünsch­ter Sonderleistungen und Gutschriften für Eigenleistungen
• Grundrissvorschläge mit kon­kre­ten Angaben und Maßen und Wohnfläche
• Vollständige Bau- und Leistungsbeschreibung nach § 650l Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und Artikel 249 Absatz 2 Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB)
• Angaben zur vor­aus­sicht­li­chen Bauzeit
• Zahlungsplan
• Vertrag
• Referenzliste mit kon­kre­ten Referenzobjekten
• Firmencheck
• Bindefrist des Angebots

Das sind die Meilensteine beim Vergleich der Angebote:

• Eigenes Fachwissen aneig­nen
• Niemals unter Zeitdruck han­deln!
• Bau- und Leistungsbeschreibungen mit BBQ kon­kret ver­glei­chen!
• Vertrag prüfen las­sen und genau ver­glei­chen! »>Mehr über die Vertragsprüfung erfahren.

Wie eine Baubeschreibung aus­zu­se­hen hat, regelt seit dem 1. Januar 2018 § 650j BGB iVm. Art 249 EGBGB.