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Kooperationspflicht am Bau — ein Bauvertrag verpflichtet

Kooperationspflicht am Bau — ein Bauvertrag verpflichtet

Ein Bauvertrag verpflichtet! Die Kooperationspflicht am Bau und von guter Kommunikation:

Im Bauvertragsrecht gilt die Kooperationspflicht. Doch was bedeutet das konkret? 

Sie ver­pflich­tet beide Vertragspartner ins­be­son­dere bei Meinungsverschiedenheiten die Argumente, Alternativen und Gegenvorschläge der ande­ren Vertragspartei zumin­dest zur Kenntnis zu neh­men und zum Gegenstand eines Meinungsaustausches zu machen. 

Probleme und Konflikte soll­ten kon­struk­tiv und koope­ra­tiv auf der Baustelle bespro­chen und gelöst werden.

Eigene Kommuniktionsfähigkeit ist gefordert, aber die Realität ist oft noch eine andere:

Schreiben werden nicht beantwortet

erbe­tene Termine auf der Baustelle werden nicht wahrgenommen 

eine Kommunikation zwi­schen den Vertragspartnern fin­det nicht statt. 

Häufig fallen diese folgenden Sätze und zwar sowohl von den Bauherren wie von den Bauunternehmern..

Wenn mir der im Dunkeln begegnet.…“

Mit dem rede ich nicht mehr.….“

Der Bauleiter hat mich ange­schrieen und mir gesagt, dass ich keine Ahnung habe…“

Fallbeispiel: 

Dazu haben wir ein inter­es­san­tes Beispiel vom OLG Brandenburg, das über fol­gen­den Fall zu ent­schei­den hatte:

Urt. v. 16.03.2011 — 13 U 510)

Eine junge Baufamilien beauf­tragt einen Bauunternehmer mit der Errichtung eines Einfamilienhauses. Im Rahmen der Gebäudeerrichtung gibt es Differenzen zwi­schen den Parteien u. a. über erfor­der­li­che Zusatzleistungen.

Die Bauherren ant­wor­tet in einem Schreiben auf Vorschläge des Bauunternehmers zu den Mehrleistungen und zur Ausführungsplanung per Einschreiben Rückschein. 

Das Einschreiben wird aller­dings durch den Bauunternehmer ganz bewusst nicht abge­holt. Vielmehr spricht der Bauunternehmer gegen­über dem Auftraggeber – ohne auf die Äußerungen des Auftraggebers ein­zu­ge­hen – Behinderung aus. 

Des Weiteren sinnt der Bauunternehmer dem Auftraggeber an, wegen feh­len­der Ausführungsplanung auf alle even­tu­el­len Schadensersatzansprüche ihm gegen­über bezüg­lich des Bauvorhabens zu verzichten. 

Schließlich unter­schreibt der Bauunternehmer zwar ein Nachtragsangebot des Auftraggebers zu Mehrleistungen, teilt die Unterzeichnung aber dem Auftraggeber nicht mit. Der Auftraggeber kün­digt dem Bauunternehmer. Dieser ver­langt dar­auf hin Werklohn für nicht erbrachte Leistungen. Er ver­klagt den Bauherren. 

Das OLG Brandenburg weist die Klage des Bauunternehmers zurück. 

Der Auftraggeber habe hier berech­tig­ter­weise außer­or­dent­lich gekün­digt. Eine außer­or­dent­li­che Kündigung, auch ohne vor­he­rige Abmahnung, komme in Betracht bei schwer­wie­gen­den Pflichtverletzungen, die zu einer tief­ge­hen­den Störung der für die Fortsetzung des Vertrages not­wen­di­gen Vertrauensbeziehungen füh­ren und eine Fortsetzung des Vertrages unzu­mut­bar machen. 

Hier habe das Bauunternehmen wie­der­holt und schwer­wie­gend gegen die Kooperationspflicht verstoßen. 

Beide Parteien des Vertrages seien gehal­ten, auf die berech­tig­ten Belange des jeweils ande­ren Vertragspartners Rücksicht zu neh­men. Entstehen wäh­rend der Vertragsdurchführung Meinungsverschiedenheiten zwi­schen ihnen über die Notwendigkeit oder die Art und Weise einer Anpassung des Vertrages oder sei­ner Durchführung an geän­derte Umstände, sind die Parteien grund­sätz­lich ver­pflich­tet, durch Verhandlungen eine ein­ver­nehm­li­chen Beilegung der Meinungsverschiedenheiten zu versuchen. 

Insoweit gebiete es die Kooperationspflicht, gerade bei Meinungsverschiedenheiten die Argumente, Alternativen und Gegenvorschläge der ande­ren Vertragsseite zumin­dest zur Kenntnis zu neh­men und zum Gegenstand eines Meinungsaustausches zu machen.

 Das OLG Brandenburg sieht in dem Verhalten des Bauunternehmers eine Verletzung des Kooperationsgebotes. 

Eine Verletzung sei darin zu sehen, dass das Bauunternehmen das Einschreiben nicht ein­mal abge­holt, geschweige denn hier­auf reagiert habe, dass der Bauunternehmer die Annahme des Nachtragsangebotes gegen­über dem Auftraggeber ver­schwie­gen habe und schließ­lich dass er schlech­ter­dings unan­nehm­bar den Verzicht auf alle even­tu­el­len Schadensersatzansprüche bezüg­lich des Bauvorhabens ver­langt habe.

Das Urteil zeigt, dass die Schwelle, über die man vor dem Hintergrund des Kooperationsgebotes stol­pern kann, manch­mal gar nicht so hoch sein muss. Richtigerweise gebie­tet die Rechtssprechung zum Kooperationsgebot den Parteien einen unter Berücksichtigung von Treu und Glauben ange­mes­se­nen Umgang.

Daher gilt das Motto:

Schweigen ist Silber und (mit­ein­an­der) reden ist Gold!

BAUGLÜCK Bauherren Tipp: Die Firma Craftnote hat eine App entwickelt, die die Kommunikation auf der Baustelle nach­hal­tig erleich­tert. Ursprünglich für Handwerker entwickelt, kann sie auch Ihnen als pri­vate Bauherren das Leben wäh­rend der kom­plet­ten Bauphase enorm erleich­tern. Wir von Bauglück fin­den das toll: https://www.craftnote.de/

 

 

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Baugenehmigung — Ab wann und wofür sie benötigt wird

Baugenehmigung — Ab wann und wofür sie benötigt wird

Die Baugenehmigung — Ab wann brauchen Sie eine und wofür benötigt man die Baugenehmigung überhaupt? 

Die Genehmigungsphase eines Bauprojektes — die Startphase für Ihr Bauprojekt

Dass man ein Bauvorhaben vor Baubeginn geneh­mi­gen las­sen muss, ist wohl jedem Bauherren klar. Immer wie­der kommt es aber zu Überraschungen, Mehrkosten und Zeitverzug, wenn der Bauherr sich mit die­ser  ‑so wichtigen- Phase nicht mit der gehö­ri­gen Intensität befasst. Das Baugesetzbuch und die jewei­li­gen Landesbauordnungen regeln, was und wie gebaut werden darf:

Der Bebauungsplan

Der Bebauungsplan, regelt zum Beispiel die Art und das Maß der bau­li­chen Nutzung, die maxi­mal bebau­bare Fläche, die Abstandsflächen, die Anzahl der Geschosse, die Fassaden und Einfriedungen und, und, und.  Das zu wis­sen ist wich­tig, da man dann auch weiß, was der Nachbar bauen darf. Häufig habe die Kommunen sogar eine Gestaltungssatzung, die vor­gibt, wie die Fassadenfarbe, die Ziegel oder Dachformen aus­ge­bil­det sein müssen. 

Bauvoranfrage

Falls Sie ein Grundstück haben, das in einem Gebiet ohne Bebauungsplan liegt, muss sich das Bauvorhaben gemäß § 34 Baugesetzbuch in die Umgebungsbebauung ein­fü­gen und eine Bauvoranfrage ein­ge­reicht werden.

Der Bebauungsplan — daran müs­sen Sie sich halten:

Wichtig ist zunächst, dass der Bauherr weiß, was er auf sei­nem Grundstück über­haupt bauen kann. Hierzu haben die Städte und Gemeinden in der Regel einen Bebauungsplan erstel­len las­sen, an des­sen Vorgaben sich der Bauherr zu hal­ten hat.

Für viele Bauherren ist es nicht leicht, als Laien den Umfang des Bebauungsplans zu erfas­sen. Daher haben viele Kommunen zwi­schen­zeit­lich ver­brau­cher­freund­li­che „Baufibeln“  entwickelt, die dem Bauherren anschau­lich erklärt, was und wie gebaut werden darf. Hier sind die Baukörper, die Dachformen, die Dachüberstände und vie­les Mehr genau erklärt.

Die Genehmigungsplanung über­nimmt in der Regel ein Architekt oder aber die Planungsabteilung eines Generalübernehmers, der neben der Bauleistung auch die Planung erbrin­gen will.

Hat der Architekt die Baugenehmigung ein­ge­reicht und wird die Genehmigung von der Gemeinde erteilt,  bedeu­tet das jedoch nicht ohne wei­te­res, dass der Entwurf man­gel­frei ist.

Das schuldet der Architekt Ihnen:

Der Architekt schul­det einen Entwurf, der zu einer dau­er­haf­ten und nicht mehr zurück­nehm­ba­ren Baugenehmigung führt.

Wann eine Genehmigung zurückgenommen werden kann:

Eine erteilte Genehmigung kann von der Behörde nach­träg­lich wie­der zurück­ge­nom­men werden, wenn sich die Planung nach erneu­ter Prüfung als (doch) nicht geneh­mi­gungs­fä­hig erweist. Das ist dann der Fall, wenn sich zum Beispiel der Nachbar über die Baugenehmigung beschwert und die Behörde ihm Recht gibt. Dann kann die Genehmigung  wegen feh­len­der Genehmigungsfähigkeit zurück­ge­nom­men werden. Dieses Risiko ist beson­ders hoch, wenn im soge­nann­ten „Freistellungsverfahren“ agiert wird:

Was Sie tun können, um Ihre genehmigungsfähige Planung durchzusetzen, falls diese von der Behörde nicht genehmigt wird:

Andererseits kann es vor­kom­men, dass eine eigent­lich geneh­mi­gungs­fä­hige Planung von der Baugenehmigungsbehörde rechts­wid­rig nicht geneh­migt wird. Dann muss der Bauherr, mit Hilfe eines im Baurecht ver­sier­ten Anwaltes, Widerspruch gegen die Verweigerung der Baugenehmigung ein­zu­le­gen. Die BAUGLÜCK GmbH kann Ihnen hier­für die rich­ti­gen Spezialisten nennen.

Der Bauherr sollte wis­sen, dass eine feh­lende Genehmigung einen wich­ti­gen Grund für eine außer­or­dent­li­che Kündigung des Bauherrn begrün­den kann, hier sollte jedoch auf jeden Fall  VOR der Kündigung ein Fachanwalt zu Rate gezo­gen werden, der Ihnen über die Bauglück GmbH sehr gern ver­mit­telt wird.


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Ihr Widerrufsrecht bei Bauverträgen

Ihr Widerrufsrecht bei Bauverträgen

Das Widerrufsrecht bei Verbraucherbauverträgen — Wie muss es aussehen und was passiert, wenn es nicht im Vertrag steht?

Jeder Verbraucher hat seit dem 1.1.2018 ein gesetz­lich nor­mier­tes Widerrufsrecht, wenn der Unternehmer für ihn:

  • einen Neubau oder
  • einen Umbau in erheb­li­chem Umfang ausführt
  • und die­ser Vertrag nicht nota­ri­ell beur­kun­det wurde.

Hierbei ist es gleich, ob ein Fertighaus oder ein Massivhaus errich­tet wird und Sie eine Bestandsimmobilie im großen Umfang sanieren oder moder­ni­sie­ren. Die Widerrufsbelehrung muss Ihnen vor­ge­legt werden.

Grundlage für diese Pflicht, die den Verbraucher vor übereilten Entscheidungen schützen soll ist § 650 i BGB. Aber wie genau muss ein Widerruf aussehen, damit er wirksam ist?

Auch hier lohnt sich der Blich in das Gesetz. Artikel 249 des EGBGB (Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch) zeigt wört­lich auf, wie eine Widerrufsbelehrung aus­se­hen muss, um wirk­sam zu sein:

Widerrufsrecht

Sie haben das Recht, bin­nen vier­zehn Tagen ohne Angabe von Gründen die­sen Vertrag zu widerrufen.

Die Widerrufsfrist beträgt vier­zehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Sie beginnt nicht zu lau­fen, bevor Sie diese Belehrung in Textform erhal­ten haben.

Um Ihr Widerrufsrecht aus­zu­üben, müs­sen Sie uns (*) mit­tels einer ein­deu­ti­gen Erklärung (z.B. Brief, Telefax oder E‑Mail) über Ihren Entschluss, die­sen Vertrag zu wider­ru­fen, informieren.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Erklärung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.

Folgen des Widerrufs

Wenn Sie die­sen Vertrag wider­ru­fen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhal­ten haben, unver­züg­lich zurückzuzahlen.

Sie müs­sen uns im Falle des Widerrufs alle Leistungen zurück­ge­ben, die Sie bis zum Widerruf von uns erhal­ten haben. Ist die Rückgewähr einer Leistung ihrer Natur nach aus­ge­schlos­sen, las­sen sich etwa ver­wen­dete Baumaterialien nicht ohne Zerstörung ent­fer­nen, müs­sen Sie Wertersatz dafür bezahlen.

Gestaltungshinweis:

* Fügen Sie Ihren Namen oder den Namen Ihres Unternehmens, Ihre Anschrift und Ihre Telefonnummer ein. Sofern ver­füg­bar sind zusätz­lich anzu­ge­ben: Ihre Telefaxnummer und E‑Mail-Adresse.

Klar und deutlich

Die Belehrung muss klar und deut­lich als ein­zel­ner Vertragsbestandteil abge­grenzt, in den Vertrag imple­men­tiert sein.

Wenn sie fehlt, ver­län­gert sich das Widerrufsrecht um 1 Jahr. Man hat dann also 1 Jahr und 14 Tage nach Vertragsabschluss das Recht, den Vertrag zu wider­ru­fen. Wenn zu die­sem Zeitpunkt bereits Baumaßnahmen auf Ihrem Grundstück ent­stan­den sind, so haben Sie hier­für einen Wertersatz zu zahlen. 


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Was bedeutet bauseits eigentlich? Achtung, versteckte Mehrkosten im Bauvertrag

Was bedeutet bauseits eigentlich? Achtung, versteckte Mehrkosten im Bauvertrag

Über die Verwendung und Bedeutung des Begriffes bauseits in Ihren Bauverträgen

Das Wort „bau­seits“ fin­det man gar nicht so sel­ten in Bauverträgen. Viele Verbraucher:innen wis­sen jedoch gar nichts mit dem Begriff anzu­fan­gen. Deshalb wird das Wörtchen “bau­seits” oft­mals falsch inter­pre­tiert oder gleich ganz überlesen.

Bauseits” gehört des­halb für mich in die Kategorie: “von Bauherren immer wie­der falsch ver­stan­den”. In die­sem Blogbeitrag schen­ken wir “bau­seits” des­halb die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt, denn wird ihm keine Beachtung geschenkt, kann das weit­rei­chende Folgen für Sie haben. So haben Sie “bau­seits” in Ihrem Bauvertrag zu ver­ste­hen und ein­zu­ord­nen können:

Bauseits und seine Definition

Ein Blick in den Duden macht eigent­lich alles klar:
“bau­seits” — Adverb — 1. an die, zur Baustelle; bei …2. vom Bauherrn auszuführen”.

Die Definition bringt es auf den Punkt. Der Bauherr hat diese Leistung aus­zu­füh­ren und…zu bezahlen.

Dennoch gehen viele Bauherren von fal­schen Voraussetzungen aus. Ein Irrtum, der sie in finan­zi­elle Schwierigkeiten brin­gen kann, wenn Sie die Kosten für die ent­spre­chen­den Arbeiten nicht ein­kal­ku­lie­ren. Bitte ach­ten Sie daher unbe­dingt auf die Formulierungen in Ihrem Bauvertrag und befra­gen bei Unklarheiten einen unab­hän­gi­gen Sachverständigen dazu.

Bauseits” suggeriert, dass die Baufirma diese Arbeiten übernimmt

Dem Laien sug­ge­riert die Verwendung des Begriffes “bau­seits”, dass die Baufirma diese Arbeiten über­nimmt. Viele Bauherren ver­ste­hen das Wort bau­seits als im Risikobereich des bau­aus­füh­ren­den Unternehmers ste­hend und das ist genau falsch!

Mit dem Wort „bau­seits“ ver­sucht der Unternehmer oft typi­sche Maßnahmen, die in sei­nem Tätigkeitsfeld lie­gen, den Bauherren durch den Vertrag auf­zu­er­le­gen, um Kosten zu sparen.

Welcher Baulaie geht denn davon aus, dass genau das Gegenteil der Fall ist? Doch die­ser Irrtum kann teuer für Sie werden, denn alle mit “bau­seits” gekenn­zeich­nete Aufgaben sind Arbeiten, die Sie selbst ver­an­las­sen und über­neh­men müs­sen. Und nicht nur das, die Kosten für diese Arbeiten sind in den im Bauvertrag kal­ku­lier­ten Kosten nicht enthalten, son­dern müs­sen zusätz­lich bezahlt werden.

Hier typi­sche Arbeiten, die in der Regel „bau­seits zu erle­di­gen sind“ und immer von den Bauherr:innen zusätz­lich bezahlt werden müssen:

Das ist meine kleine, feine Liste über typisch bauseitige Arbeiten:

  • Erdarbeiten, den Aushub ent­sor­gen oder lagern, Baustellenzufahrt…bauseits
  • Lieferung des Baustroms, Bautoilette und Bauwassers…bauseits
  • Herstellung der Hausanschlüsse…bauseits
  • Verlegung sämt­li­cher Hausanschlüsse für Ver- und Entsorgungseinrichtungen…bauseits
  • Außenanlagen, soweit diese nicht aus­drück­lich als Leistung in der Baubeschreibung…baus…
  • Baugenehmigungen, amtl. Einmessung des Gebäudes, so weit nicht im Vertrag enhalten
  • Katasterpläne für den Bauantrag und evtl. Einmessungen von Bepflanzungen,
  • Bodengutachten oder Vorbereitung des Baugrundstückes (Rodung, Auffüllungen)
  • Wasserhaltung, falls in der Baugrube Wasser vor­ge­fun­den wird. Das kann viele 1000 Euro kosten.
  • Betonfugen ver­spach­teln vor Malerarbeiten
  • Beheizung des Gebäudes bis zur Übergabe –> Die teure Strombeheizung im Winter zahlt der Bauherr also zusätzlich.
  • Keller- und Bodenplattendämmung sind bau­seits zu erbrin­gen –> Auch damit rech­nen Bauherren nicht, wenn sie ein ver­meint­lich „schlüs­sel­fer­ti­ges“ Haus kaufen. Damit es auf der Baustelle wei­ter­geht, akzep­tie­ren viele zäh­ne­knir­schend die Mehrkosten.

Kosten kennen und verhandeln

Sie tap­pen nicht in diese Mehrkostenfalle, wenn Sie die Kosten vor Unterzeichnung Ihres Bauvertrages ken­nen und verhandeln.

Wenn Sie sol­che Formulierungen in Ihrem Bauvertrag fin­detn, soll­ten Sie Ihr “güns­tigs­tes Angebot” für Ihr Traumhaus noch­mals mit den Mehrkosten durch­rech­nen und ver­glei­chen. Denn mög­li­cher­weise ist die­ses Angebot am Ende gar nicht das güns­tigste Hausangebot, das Ihnen vorliegt.

Baustrom und ‑wasser gehört zu den Leistungen, die Ihnen der Bauunternehmer schuldet

Eigentlich schul­det der Bauunternehmer den Bauherren die Errichtung des Hauses und dazu gehört natür­lich auch der Baustrom und das Wasser, das der Unternehmer benö­tigt, um das Haus zu errich­ten, das heißt, Bauwasser und Baustrom und das Bereithalten sind urei­gene Unternehmeraufgaben, die nicht auf den Bauherren abge­wälzt werden dür­fen. Dennoch wird immer wie­der ver­sucht diese Kosten den Bauherren unterzujubeln.

FAZIT: Lesen Sie Ihren Bauvertrag genau

Eigentlich schul­det der Bauunternehmer Ihnen die Errichtung des Hauses und dazu gehört natür­lich auch der Strom und das Wasser, das der Unternehmer benö­tigt, um das Haus zu errich­ten. Das bedeu­tet, Bauwasser und Baustrom sowie das Bereithalten, sind urei­gene Unternehmeraufgaben, die nicht auf Sie als Bauherr:in abge­wälzt werden dürfen.

Damit Sie Ihr Bauvorhaben gelas­sen starten kön­nen, benötigen Sie einen voll­stän­di­gen, ver­brau­cher­freund­li­chen, aus­ge­wo­ge­nen und fai­ren Bauvertrag.

Durch die Prüfung Ihres Bauvertrages las­sen sich neben den ver­steck­ten “Bauseits-Fallen” wei­tere andere Klauseln auf­de­cken, die recht­lich unzu­läs­sig sind und den­noch häu­fig in Bauverträgen vor­kom­men. Verbraucherfeindlich sind bei­spiels­weise auch Klauseln, die Gewährleistungsfristen ein­kür­zen, Sicherheitsleistungen ein­schrän­ken oder Zahlungspläne vor­schrei­ben, die unaus­ge­wo­gen zu Ihrem Nachteil aus­ge­legt werden können.

»> Hier erfah­ren Sie mehr Informationen über die Prüfung Ihres Bauvertrages durch meine Kanzlei.

Mein Versprechen: Wir fin­den alle ver­brau­cher­feind­li­chen Klauseln und las­sen diese in Ihrem Vertrag anpassen.

Übrigens: Schauen Sie bei Ihrem Fertighausvertrag besonders genau hin:

Die aller­meis­ten Fertighaushersteller bie­ten ihre Häuser ohne Bodenplatte oder Keller an. Davon ist nicht nur abzu­ra­ten, weil es hier in den Schnittstellen zwi­schen der Bodenplatte durch einen Drittunternehmer und dem Fertighaus des Herstellers in der Regel zu Problemen kommt- eine Abweichung von nur 2 cm kann schon dazu füh­ren, dass Ihr Haus nicht gestellt werden kann!

Es gibt hier auch fol­gen­des Problem:

Wenn im Vertrag steht- und das kommt tat­säch­lich vor- , dass die Keller- und Bodenplattendämmung „bau­seits“ zu erbrin­gen ist, so müs­sen Sie wissen:

Ohne Dämmung funk­tio­niert der Hausbau nicht. Sie ist wich­ti­ger Bestandteil der Energieberechnung des Hauses und tech­nisch sehr anspruchs­voll. Bei Fertighäusern werden Keller/ Bodenplatten nicht mit ange­bo­ten und dann der Keller/Bodenplatte von klei­ne­ren und uner­fah­re­nen Firmen her­ge­stellt, die ein güns­ti­ges Angebot für die Betonarbeiten vor­ge­legt haben.

Diese Unternehmer sehen immer nur ihr eige­nes Gewerk und nicht das Haus als Ganzes: Unterschreiben Sie als uner­fah­re­ner Bauherr:In ein sol­ches (unvoll­stän­di­ges) Angebot und stel­len dann ‑zu spät- fest, dass die Dämmung fehlt, müs­sen Sie einen sehr teu­ren Nachtrag bezahlt.

Auf diese Risiken wei­sen die Fertighaushersteller lei­der nicht hin. Oft lässt man den Kunden ins „offene Messer lau­fen“ und reibt sich schon vor Beginn des Bauvorhabens in die Hände, da man sich schon auf das „gesal­zene“ Nachtragsangebot freut.

Das ist keine Erfindung, für die­sen Blogbeitrag von mir, son­dern bit­tere Wahrheit.

Mein Tipp:

Wenn Sie Ihren Bauvertrag vom Unternehmer erhal­ten, unter­schrei­ben Sie kei­nes­falls direkt, son­dern neh­men Sie ihn mit nach Hause, lesen Sie ihn auf­merk­sam durch und unter­strei­chen Sie mit einem Stift das Wort „bau­seits“. Hand aufs Herz: Wie oft kommt der Begriff in Ihrem Bauvertrag vor?

Meine Erfahrung zeigt:

Verträge, die das Wort „bau­seits“ mehr als 3x enthalten und die Zusatzkosten darin nicht schrift­lich auf­ge­führt sind, ber­gen ein gro­ßes Risiko, in die “Bauseits-Falle” zu tappen.

Wenn Sie von mir vor Vertragsunterzeichnung bera­ten werden, weise ich immer wie­der dar­auf hin, dass die Baufirmen ihre Angebote „vom Schreibtisch aus“ machen. Meist wurde das Grundstück nicht in Augenschein genom­men oder die Anfahrt oder der Kranplatz geprüft.

Baureife des Grundstückes = bauseits zu erbringen:

Da Sie für die Baureife des Grundstückes “bau­seits” zu sor­gen haben, kommt es auch hier immer wie­der zur Problemen:

Mit die­sen Klauseln wälzt der Hersteller bewusst und in Kenntnis die Kosten Freimachung als auch das Risiko, auf Sie als Bauherrn ab. Es ist fast immer so, dass die Arbeiten auf einem vor­mals bebau­ten Grundstück deut­lich umfang­rei­cher aus­fal­len kön­nen als ver­spro­chen. Alles, was dann nicht genau im Bauvertrag gere­gelt ist, muss als Nachtrag geson­dert ver­gü­tet werden. Auch hier kommt es wie­der mal nur „bau­seits“ zu erheb­li­chen Mehrkosten.

Auch fol­gen­des Beispiel ist typisch:

Steht in der Leistungsbeschreibung oder im Vertrag, dass „bau­seits“ die Beheizung des Objektes bis zur Übergabe erfol­gen muss, wird Ihnen hier­durch die Beheizung bis zur Übergabe übergestülpt.

Das birgt eine große Gefahr für Schimmel und im Notfall muss eine Strombeheizung bezahlt werden. Besonders in den Wintermonaten wird das sehr teuer. Hier machen es sich die Firmen oft­mals leicht und über­tra­gen das Risiko durch eine undurch­sich­tige Vertragsgestaltung auf Sie, die pri­va­ten Bauherr:innen. Lassen Sie das nicht zu!

Ich könnte diese Beispiele sei­ten­weise fortsetzen…..Gleichzeitig möchte ich hier an Ihre Aufmerksamkeit und Wachsamkeit appellieren.

Lesen, ver­ste­hen, umset­zen und schluss­fol­gern, das ist das, was Sie als Bauherren leis­ten kön­nen soll­ten und zwar genau in die­ser Reihenfolge. Ohne Expertenrat und eige­nes Wissen ist das mei­ner Meinung nach nicht möglich.

Sie möch­ten bald mit ihrem Traumausprojekt starten? Dann ver­rate ich Ihnen mei­nen Königsweg, zu dem wir gerne bei­tra­gen möch­ten. Mit die­ser Erfolgs-Strategie kom­men Sie sicher zu Ihrem Bauglück:

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