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Koschwitz am Wochenende — Manuela Reibold-Rolinger im Interview

Koschwitz am Wochenende — Manuela Reibold-Rolinger im Interview

Wie man durch gute Kommunikation Rechtstreitigkeiten bei­legt und gar nicht erst vor Gericht aus­fech­ten muss.

Seit 2005 emp­fängt Thomas Koschwitz in sei­ner drei­stün­di­gen Radioshow jede Woche Stars aus Musik, Film, Funk und Fernsehen genauso wie Politiker und „ Menschen von der Straße”, mit denen er über Ihr Leben, beson­dere Ereignisse und Geschehnisse, spricht.

Mit BAUGLÜCK Gründerin, Verbraucherbaurechtsexpertin und Schlichterin Manuela Reibold-Rolinger spricht er in der Podcast Folge vom 29.7.2019 dar­über, wie man mit guter Kommunikation auch ohne Richter zu sei­nem Recht kommt. 

Es gibt Rechtsstreitigkeiten, die haben vor Gericht einfach nichts zu suchen”

Davon ist Manuela Reibold-Rolinger überzeugt und zeigt mit Beispielen auch aus ihrem Buch “Kein Grund zur Klage” auf, wel­che alter­na­ti­ven Lösungsansätze es gibt, seine eige­nen Nerven, den Geldbeutel und die Gerichte zu schonen. 

Das Interview wurde von diver­sen Radiosendern aus­ge­strahlt. Hier kön­nen Sie sich es in vol­ler Länge anhören: 

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Viel Spaß beim Reinhören! 

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Jeder Bauherr spart dadurch Zeit und Geld, denn wir haben im Bauherrenführerschein alles struk­tu­riert und zusam­men­ge­fasst, was man als Bauherr wis­sen muss.

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Schlüsselfertig — bedeutet das pauschal und einzugsbereit bauen?

Schlüsselfertig — bedeutet das pauschal und einzugsbereit bauen?

Schlüsselfertig — bedeutet das pauschal und einzugsbereit bauen?

Was Sie als Bauherr zum Begriff “schlüsselfertig” wissen müssen:

 

Wenn man im Wörterbuch den Begriff  schlüs­sel­fer­tig ein­gibt, erhält man diese Information:

schlüs·sel·fer·tig

/ˈʃlʏsl̩fɛrtɪç,schlǘsselfertig/

Adjektiv

(in Bezug auf neue Häuser und Wohnungen) völ­lig fer­tig­ge­stellt und bezugsbereit.

 

Da denkt man doch als Bauherr: Genau das will ich haben, oder?

Leider kann man sich aber auf die­sen Begriff auf kei­nen Fall ver­las­sen, denn: Wenn das Leistungsverzeichnis nicht voll­stän­dig ist, ist der Rechtsstreit mit dem Unternehmer bereits vorprogrammiert.

Das müssen Sie zum Begriff “schlüsselfertig” wissen:

Da in der Regel neben der in den Angebotsunterlagen ange­bo­te­nen schlüs­sel­fer­ti­gen Bauererrichtung eine Bau- und Leistungsbeschreibung ver­ein­bart wird, ist die Leistungspflicht des Unternehmers und der ver­ein­barte Festpreis kei­nes­falls pau­scha­liert. Das heisst konkret: 

Es gilt nur das, was im Einzelnen vereinbart wurde.

Fast immer erge­ben sich bei einer unge­nauen und unvoll­stän­di­gen Bau- und Leistungsbeschreibung, trotz der ver­spro­che­nen schlüs­sel­fer­ti­gen Errichtung, für die Bauherren unvor­her­ge­se­hene Mehrkosten.

Der Kontext des Vertrages ist heranzuziehen — das machen die Gerichte klar:

Die Gerichte machen klar, dass bei der Auslegung des Begriffs „schlüs­sel­fer­tig“ der kom­plette Vertragsinhalt her­an­zu­zie­hen und ent­spre­chend aus­zu­le­gen ist.

Wenn eine Leistung als „schlüs­sel­fer­tig“ ange­bo­ten ist, bedeu­tet das nicht auto­ma­tisch, dass der Unternehmer eine grund­sätz­lich kom­plett pau­scha­lierte Leistungspflicht hat. Und: Der Inhalt einer Leistungsverpflichtung des Bauunternehmers erschließt sich nicht aus einem phra­sen­hafte Begriff wie „schlüs­sel­fer­tig” oder „kom­plett“, son­dern aus dem Kontext des gesam­ten Vertrages!

In der Regel wird neben der Formulierung „schlüs­sel­fer­tig“ auch eine Leistungsbeschreibung ver­ein­bart. Der Vertrag ist dann so aus­zu­le­gen, dass anhand aller Vertragsunterlagen und unter Berücksichtigung aller Umstände des Vertragsabschlusses Rechnung zu tra­gen ist.

In der Regel ist keine pauschalierte Leistung vereinbart!

In den meis­ten Fällen ist aber keine pau­scha­lierte Leistung ver­ein­bart. Die Folge: Vom Unternehmer ist nur das ver­trag­lich geschul­det, was in der Bau- und Leistungsbeschreibung enthalten ist.

Für den Laien schwer zu erkennen:

Für einen Laien ist es schwer, zu erken­nen, ob das, was münd­lich ver­spro­chen wurde tat­säch­lich auch in der Leistungsbeschreibung enthalten ist. Umso wich­ti­ger ist es, bei der Vorbereitung des eige­nen Bauvorhabens daran zu den­ken, die rich­ti­gen Experten mit ins Team zu holen.

Das Herzstück Ihres Eigenheimprojektes ist die Bau-und Leistungsbeschreibung:

Die Gestaltung des Herzstücks des Vertrages, der Bau- und Leistungsbeschreibung, ist der wich­tigste Meilenstein beim Bauen.
Dort als Bauherr ver­ant­wor­tungs­voll mit­zu­wir­ken, den Inhalt ver­ste­hen, umset­zen und für sich ent­schei­den, ob der zu zah­lende Preis für die ver­ein­barte Leistung ange­mes­sen ist, ist ein span­nen­der und berei­chern­der Prozess.

Sie haben die Wahl!

Jeder Bauherr hat die Wahl zu ent­schei­den, ob er die Weichen sei­nes Bauvorhabens selbst stellt, oder ob er die „es wird schon gut gehen”- Schiene fährt.

4 essentielle Tipps von Manuela Reibold-Rolinger-
Damit Sie einen Bauvertrag unterschreiben, der rechtssicher ist:

 

Tipp 1:

Ziehen Sie VOR Unterzeichnung des Bauvertrages einen baubegleitenden Qualitätskontrolleur hinzu. Er ana­ly­siert die ange­bo­tene Baubeschreibung mit dem Ziel, Unklarheiten aus­zu­räu­men und die Baubeschreibung für Sie als Bauherren ver­ständ­lich zu machen.

Tipp 2:

Definieren Sie selbst, was der gewünschte Vertragsinhalte ist.

Tipp 3:

Konkretisieren und gestal­ten Sie Ergänzungen der Baubeschreibung gemein­sam mit dem Unternehmer und dem hin­zu­ge­zo­ge­nen Fachmann.

Tipp 4:

Unterschreiben Sie nur einen Vertrag, wenn Sie das, was in der Baubeschreibung enthalten ist, wirk­lich ver­ste­hen und aus Ihrer Sicht voll­stän­dig ist.

Zugegeben: Die Prüfung und Ergänzung der Bauleistungsbeschreibung erfor­dert eine gewisse Anstrengung. Sie lohnt sich jedoch, da nur die kon­krete und voll­stän­dige Baubeschreibung vor Überraschungen schützt.

Die bes­ten Verträge sind bekannt­lich die, die nach Unterzeichnung nicht zur Definition des Vertragsgegenstandes noch­mals aus der Schublade geholt werden müs­sen. Denn: 

Verträge sind zum Vertragen da!