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Baukrise durch falschen Bauablauf beim Fertighaus

Baukrise durch falschen Bauablauf beim Fertighaus

Schlaflos im neuen Fertighaus durch falsche Reihenfolge beim Bauablauf:

Kennen Sie das? Ein Problem lässt Sie nicht schla­fen. Die Gedanken dre­hen sich im Kreis…Diese Erfahrung machte meine Mandantin, bei der allein der fal­sche Bauablauf bei ihrem Fertighausprojekt eine Baukrise aus­löste. Viele schlaf­lose Nächte bescherte. Mehr noch, es ging um ihre Existenz.

Das war pas­siert: Ein Fertighaushersteller hatte sich per Vertrag ver­pflich­tet, ein Fertighaus und auch die dazu pas­sende Bodenplatte zu bauen. Im Vertrag enthalten war ein Bodengutachten, was per se richtig und gut ist, aber:

Leider wurde zuerst der Bauvertrag abge­schlos­sen und dann erst das Bodengutachten ein­ge­holt, was immer, wirk­lich immer, zu Problemen führt und so war es lei­der auch hier…

Das Haus wurde errich­tet, die Familie zog ein. Eines Tages bemerk­ten die Kinder beim Spielen im Wohnzimmer, dass der Ball immer in eine bestimmte Ecke des Hauses rollte. Als nächs­tes fiel auf, dass, wenn Flüssigkeit ver­schüt­tet wurde, diese immer in die glei­che Richtung floss.

Der Gutachter stellte einen gravierenden Baumangel fest:

Nach weni­gen Wochen schal­te­ten die Hausbewohner einen Fachmann zur Untersuchung des Problemes ein. Der Gutachter stellte etwas weit­rei­chen­des fest: Das Haus hatte sich an einer Hausseite um 15 cm (!) gesenkt und es hatte den Anschein, dass das noch nicht das Ende der Setzung war. Das Haus drohte sich zu ver­win­den, Risse ent­stan­den und es war unge­wiss, ob das Haus noch stand­si­cher war.

Falsche Gründung des Hauses

Schnell war klar: Das Haus wurde falsch gegrün­det. Der Boden war so pro­ble­ma­tisch, dass weit­rei­chende Gründungsmaßnahmen erfor­der­lich gewe­sen wären, um diese erheb­li­che Setzung des Hauses zu verhindern.

Und das Schlimmste war: Genau dar­auf hatte man im Bodengutachten hingewiesen.

Wird schon gutgehen” mit schlimmen Folgen:

Die Baufirma hatte das offen­sicht­lich auch gese­hen, war jedoch unter dem Motto: „Es wird schon gut gehen“ ein­fach dar­über hin­weg gegan­gen und hatte die Bauherren nicht dar­über infor­miert. Jegliche Hinweise sind unter­blie­ben und nun stand die Familie vor einem rie­si­gen Problem:

Die Sanierung und nach­träg­li­che Gründung des Hauses sollte 130.000 Euro kos­ten.
Geld, das die Familie auf kei­nen Fall hatte, Geld, das auch die Baufirma nicht zah­len wollte, denn die ver­wies auf den Bauvertrag, in dem stand, dass das Baugrundrisiko bei den Bauherren liegt. Viele schlaf­lose Nächte haben die Hausbewohner ver­bracht, bevor sie zu mir in die Kanzlei kamen.

Das Problem wäre zu verhindern gewesen

Mit jedem neuen Mandat frage ich mich immer erst, ob und wie die­ses Problem hätte ver­hin­dert werden kön­nen und wie ich nun den Bauherren hel­fen kann.

Die Antwort ist in die­sem Fall kurz: Ja, diese schlaf­lo­sen Nächte hät­ten ver­hin­dert werden kön­nen. Wie?

Mit mei­nem eigens für Sie als pri­vate Bauherren ent­wi­ckel­ten Online-Kurs, dem Bauherrenführerschein. Darin ler­nen Sie, neben dem rich­ti­gen Bauablauf für Ihr Bauprojekt alles, was Sie für ein krisenfreies Eigenheimprojekt benötigen.

In die­sem Fall war es hier­für zu spät und ich musste als Anwältin tätig werden.

Ich kenne die Rechtsprechung, die ein­deu­tig vor­gibt, dass die Baufirma einen Verbraucher immer aus­rei­chend bera­ten und auf Risiken hin­wei­sen muss:

Folgendes Schreiben erhielt die Baufirma von mir:

….Das von Ihnen errich­tete Gebäude ist man­gel­haft, da das Baugrundgutachten nebst Gründungsempfehlung nicht beach­tet wurde. Das Gebäude ist abge­sackt. Für die­sen Mangel haf­ten Sie nach der grund­sätz­li­chen Systematik des Werkvertragsrechts als Bauunternehmerin auch dann, wenn sie an dem Mangel kein Verschulden trifft. Die gilt also auch für den Fall, dass die Mangelursache (auch) im Verantwortungsbereich des Auftraggebers oder eines Vorunternehmers, auf des­sen Werk der Unternehmer auf­baut, liegt (BGH, Urt. v. 08.11.2007 – VII ZR 18305). 

Sie haben gegen die Ihnen oblie­gende Prüfungs- und Hinweispflicht ver­sto­ßen. Diese Regelung gilt auch für den vor­lie­gen­den BGB-Verbraucherbauvertrag (BGH, Urt. v. 08.11.2007 – VII ZR 18305).

 Sie ver­fü­gen als Bauunternehmerin – im Gegensatz zu unse­rer Mandantin als abso­lute Laiin – über das erfor­der­li­che Fachwissen. Aus die­sem Grund hät­ten Sie bereits vor Beginn der Bauarbeiten und nach Sichtung des vor­ge­leg­ten Bodengutachtens erken­nen kön­nen und müs­sen, dass auf­grund der Beschaffenheit des Baugeländes das Bauwerk beson­ders zu grün­den ist. Dies gilt im vor­lie­gen­den Fall umso mehr vor dem Hintergrund, dass auf Ihrer Seite ein Architekt und Statiker ein­ge­schal­tet war. Diese haben auf Grundlage des Bodengutachtens einen eige­nen Plan feh­ler­haft erstellt. Diese feh­ler­hafte Planung müs­sen Sie sich als Bauunternehmerin zurech­nen lassen.

Es lag in Ihrem Verantwortungsbereich, das Bodengutachten auf die Vereinbarkeit mit dem zu errich­ten­den Bauwerk zu über­prü­fen. Denn im Rahmen der Prüfungs- und Aufklärungspflicht muss der Auftragnehmer die Leistungsvorgaben des Auftraggebers – auch des Bodengutachtens -, die auf die Funktionstauglichkeit des von ihm ver­trag­lich über­nom­me­nen Gewerks etwaig Einfluss haben kön­nen, über­prü­fen und den Auftraggeber auf etwaige Risiken hin­wei­sen (OLG Düsseldorf, Urt. v. 06.10.2017 – 22 U 4117).

Für Sie waren die Risiken erkenn­bar! So hätte eine schrift­li­che sowie inhalt­lich klare und ver­ständ­li­che Bedenkenanzeige erfol­gen müs­sen. Inhaltlich klar und ver­ständ­lich bedeu­tet in die­sem Zusammenhang, dass der Auftraggeber mit die­ser Anzeige in die Lage ver­setzt wird, die mit der Fehlplanung ver­bun­de­nen Risiken und nach­tei­li­gen Folgen ein­schät­zen und bewer­ten zu kön­nen. Eine sol­che Bedenkenanzeige, für die Sie die Beweislast tra­gen, ist vor­lie­gend jedoch gänz­lich unterblieben. ….“

Mit einem blauen Auge davon gekommen…

Die Baufirma hat den Schaden der Haftpflichtversicherung gemel­det, die die Folgeschäden und somit die hohen Sanierungskosten getra­gen hat.

Was im Nachhinein so ein­fach und unpro­ble­ma­tisch klingt, soll aber nicht ver­ber­gen, was solch eine Versicherung nicht ersetzt:

Nächtelanges Wachliegen, das Bangen, die Angst um die Familie, beson­ders die Kinder und die Bedrohung für eine Familie, die durch ein sol­ches Geschehen aus­ge­löst wird. Kein Geld der Welt kann solch einen Schaden wie­der gut machen, der durch die rich­tige Vorbereitung aller Bauherren (m/w/d) ver­hin­dert werden kann.

Lassen Sie sich des­halb von mir zei­gen, wie Sie sich gut für Ihr eige­nes Bauprojekt auf­stel­len und garan­tiert ent­spannt zu Ihrem Bauglück kommen.

Übrigens: Mein Online-Kurs Bauherrenführerschein ist güns­ti­ger, als eine Erstberatung in mei­ner Kanzlei 🙂

Der Königsweg für Bauherren eines Fertighauses

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Bauherren-Führerschein von Manuela Reibold-Rolinger

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TV-Beitrag in Plusminus: Fertighäuser nicht immer die erste Wahl

TV-Beitrag in Plusminus: Fertighäuser nicht immer die erste Wahl

Nicht immer schneller und günstiger:

In Deutschland ver­wirk­li­chen viele Menschen den Traum vom Eigenheim. Vermeintlich güns­tig und schnell klappt die Erfüllung mit einem Fertighaus. Gegenüber Massivhäusern und Kataloghäusern sind Fertighäuser aller­dings nicht immer besser…

Der TV Beitrag von Plusminus zeigt deut­lich, wie wich­tig es ist, sich vor der Unterschrift eines Bauvertrages inten­siv mit dem Thema Hausbau aus­ein­an­der zu set­zen und sich die rich­ti­gen Experten zur Seite zu holen, die Sie im Vorfeld unab­hän­gig bera­ten und Ihren Bauvertrag überprüfen. 

Sie pla­nen Ihren Hausbau und wis­sen nicht so richtig, wie Sie anfan­gen sol­len? Wie wäre es mit unse­ren kos­ten­freien Angeboten:

Meine kos­ten­freien Angebote für Sie

Zu den ande­ren Blogbeiträgen

ZDF-Reportage: Pfusch am Bau — Abenteuer Hausbau

ZDF-Reportage: Pfusch am Bau — Abenteuer Hausbau

Pfusch am Bau — Wenn Eigenheimprojekte in Schieflage geraten

Keine Frage: Der Bauboom ist unge­bro­chen. Die Gründe, ein Eigenheimprojekt anzu­ge­hen, sind viel­fäl­tig. Einer von ihnen: Die Mieten vor allem in Ballungsgebieten sind hor­rend. So drän­gen immer mehr Häuslebauer in die Peripherie, um sich dort ihren Traum vom Eigenheim leis­ten zu kön­nen. Doch ihnen fehlt oft jede Erfahrung und die meis­ten sind abso­lute Baulaien.

So auch die Baufamilien, die vom ZDF für die ZDF-Reportage “Pfusch am Bau — Abenteuer Eigenheim” beglei­tet wur­den und deren Traum von eige­nen Haus jäh zerplatze.

Abenteuer Eigenheim

In der ZDF-Reportage von Oliver Koytek und Jochen Schulze wird deut­lich, wie schnell man mit sei­nem Eigenheimprojekt durch man­gelnde Vorbereitung und Erfahrung in exis­tenz­be­dro­hende Baukrisen gera­ten kann, weil bei­spiels­weise Mängel und Murks zu spät erkannt werden.

Manuela Reibold-Rolinger, Fachanwältin für Baurecht, kennt die in der ZDF-Reportage beschrie­be­nen Fälle — und viele mehr. In der Reportage beschreibt sie tref­fend, wes­halb Eigenheimprojekte in Schieflage gera­ten: Die Bau-Auftraggeber:innen haben oft ein knap­pes Budget und spa­ren des­halb an der fal­schen Stelle, näm­lich der Unterstützung durch erfah­rene Ratgeber, Sachverständige, die einen durch die gesamte Bauphase beglei­ten und nicht zuletzt.…an ihrer eige­nen Vorbereitung. Dabei ist die Finanzierung eines eige­nen Hauses oder einer eige­nen Wohnung die größte Investition, die man im Leben tätigt.

»Hier geht es zur ZDF-Reportage
“Pfusch am Bau — Abenteuer Eigenheim”«

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Ich bin sauer…über Bullshit-Behauptungen im Musterhaus-Park

Ich bin sauer…über Bullshit-Behauptungen im Musterhaus-Park

Es gibt Bauherren-Posts in den sozialen Netzwerken, die mich richtig wütend machen.

Kürzlich war es ein­mal wie­der so weit. Die Wut stieg in mir hoch, und ich wollte sofort zu die­sem Thema auf Facebook live gehen…, um meine Wut her­aus­zu­las­sen, aber auch, um zu kor­ri­gie­ren und gerade zu rücken, was mei­ner Meinung nach in die­sem Fall völ­lig falsch lief.

Meine Kritiker nen­nen das “Verbraucherschutz an der fal­schen Stelle”, böse Zungen auch “Klugscheisserei”. Ich nenne es: Prävention und Fürsorge für pri­vate Bauherren.

Also: Wieder ein­mal stan­den mir die Haare zu Berge und diese Geschichte geht so:

Ein Bauherr schreibt auf Facebook in einer Gruppe:

Wir sind lei­der etwas unter Druck ein neues Zuhause zu fin­den, des­we­gen haben wir letzte Woche bei einem Fertighausaussteller einen Werkvertrag unter­schrie­ben, damit uns auch der Grundstückservice ange­bo­ten werden kann.“

Wiiieee, bitte? Was für eine unfassbare Lüge des Verkäufers! Tief durchatmen, Manuela. Ich lese weiter:

Der Vertrag kam heute per Post. Es ist ein “Rücktrittsrecht Grundstück” bei­gelegt und der Herr hatte uns letzte Woche hierzu gesagt, wir wür­den mit dem Vertrag abso­lut kein Risiko ein­ge­hen, denn wenn kein pas­sen­des Grundstück über die­sen gefun­den würde, dann sind wir ja auch nicht an die­sen Fertighausaussteller gebun­den… Jetzt steht im Vertrag dazu aber nichts weiter….“

Ich denke: Ja, das war leider genauso zu erwarten.….aber es kommt noch viel schlimmer:

Morgen haben wir bei einem wei­te­ren Fertighausaussteller einen Termin, der ähn­lich ver­fährt, dies wis­sen wir von einem ande­ren Paar, das mit denen baut. Gehen wir ein Risiko (ins­be­son­dere finan­zi­el­ler Art) ein, wenn wir somit zwei Werkverträge unter­schrie­ben haben? Letztendlich kön­nen wir ja jeden Grundstücks-Vorschlag ableh­nen und somit kön­nen wir ja prak­tisch dann auch nicht bauen…  Getreu dem Motto: “Der, der uns ein gutes Grundstück anbie­ten kann, hat den Zuschlag für den Hausbau”…

…das Schlimmste ist, dass die Bauherren tatsächlich glauben, dass das rechtlich so einfach ist. Es wird ihnen aktuell von vielen Herstellern so (FALSCH!) verkauft. 

Der Markt gibt es her und bringt so ganz viele Baufamilien in echte finanzielle und existentielle Notlagen!

Mir feh­len ein­mal mehr die Worte — und das kommt sel­ten vor, glau­ben Sie mir.

Der Typ im Fertighaus” (bitte ent­schul­di­gen Sie diese lapi­dare Bezeichnung des Vertriebsexperten) ver­spricht, dass man ohne Probleme und kos­ten­frei aus jedem Bauvertrag aus­stei­gen kann.

Als Profi weiß ich aber, dass das tota­ler Quatsch ist! 

Ich sollte den Post ein­fach nicht beachten, denn mich bei mei­nen Followern dar­über auf­zu­re­gen bringt genau.…nichts. Es ist ja so, dass wir uns in den sozia­len Medien ohne­hin nur in unse­rer Blase bewe­gen (wol­len). Wir las­sen viel zu gerne nur die Meinungen zu, die wir hören wol­len.

Also könnte ich nun sagen, dass es mir egal ist, was den Bauherren erzählt wird, sie wol­len es ja nicht anders. Wer hört schon gerne, dass etwas mit aller Wahrscheinlichkeit schief geht…

Statt aber mein Ego zu bedie­nen und mich auf­zu­re­gen über die Bullshit-Behauptung die­ses Vertriebs“experten“ im Fertighauspark, könnte ich zei­gen, wie Vertragssicherheit richtig funk­tio­niert und warum es nicht so ein­fach ist, wie es die Verkäufer immer behaupten.

Fazit für mich nach der Aufregung:

Weniger “Ego-Content” und weni­ger über Facebook-Posts auf­re­gen, als es in etwas sinn­vol­les umzu­set­zen — also: 

Ich zeige, wie was geht” — Content:

Darum spre­che ich in mei­nem neuen Webinar FIT FÜR IHR FERTIGHAUS und in mei­nen Facebook-Lives dar­über, wie man sei­nen Fertighausvertrag richtig angeht und ohne Stress und Krisen bauen kann, ohne, dass zehn­tau­sende von Euro mehr aus­ge­ben werden müs­sen und das Fertighaus zu spät fer­tig wird.

Klicken Sie hier, um sich zu mei­nem kos­ten­freien Webinar anzu­mel­den und brin­gen Sie Ihre Fragen zum Bauen mit in meine Lives. Ich kün­dige sie meis­tens mit genug Vorlauf an :-).

 

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Mängelbeseitigungsrecht des Unternehmers — die heilige Kuh im Baurecht

Mängelbeseitigungsrecht des Unternehmers — die heilige Kuh im Baurecht

Je später ein Mangel entdeckt wird, umso teurer wird es.

Die Kosten der Mangelbeseitigung und die Kosten der Beseitigung eines Mangelfolgeschadens kön­nen so hoch sein, dass der ver­ant­wort­li­che Unternehmer ver­sucht, sich her­aus­zu­re­den, um die Mangelbeseitung zu umge­hen. Sätze wie:

  • Das guckt sich weg
  • Dieser Mangel hat mit uns nichts zu tun
  • Die Mangelbeseitigung ist uns nicht zumut­bar,…“

sind lei­der keine Seltenheit und viele pri­vate Bauherren, die zu mir in die Kanzlei kom­men, fra­gen mich:

Ist es tatsächlich so, dass es dem Unternehmer nicht zumutbar ist, den Mangel zu beseitigen und kann ich als private:r Bauherr:in nicht genau vorgeben, wie der Mangel zu beseitigen ist? 

Anhand eines Fallbeispieles erkläre ich Ihnen in die­sem Blogbeitrag die Fragen…:

  • OB der Unternehmer den Mangel besei­ti­gen kann, wie er will
  • WIE Mängel besei­tigt werden müs­sen und
  • WANN eine Mängelbeseitigung dem Unternehmer zumut­bar ist und wann nicht

Nun, es kommt immer auf den Einzelfall an. Für Sie als private:r Bauherr:in ist es aber gut, wenn Sie von dem nun folgenden Urteil des OLG Düsseldorf zumindest schon einmal gehört haben, denn:

Weigert sich der Unternehmer bei einem erheb­li­chen Mangel ein Sanierungskonzept vor­zu­le­gen oder behaup­tet sogar, die Mangelbeseitigung sei ihm nicht zumut­bar, dann sollte man diese Entscheidung parat haben:

OLG Düsseldorf, Urteil vom 9.11.2018 — 22 U 91 I 14

In die­sem Fall wurde nach Einzug in ein Reihenhaus ein ekla­tan­ter Schallschutzmangel ent­deckt. Die Mängelbeseitigung war sehr auf­wän­dig. Der Kläger war mit dem Ergebnis der Mangelbeseitigung nicht zufrie­den und zog vor Gericht:

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat hier ent­schie­den, dass gerade bei auf­wän­di­gen Mängelbeseitigungen dem Unternehmer zuge­mu­tet werden kann, sogar ein Sanierungskonzept vorzulegen.

Nach die­ser Entscheidung, so die Richter, trägt zwar der Unternehmer das Risiko der Mängelbeseitigung und kann daher grund­sätz­lich allein dar­über ent­schei­den, wie er die Mängel dau­er­haft besei­ti­gen will. Das gilt, so dir Richter aber nicht, wenn der Auftragnehmer eine völ­lig unzu­rei­chende Mängelbeseitigung plant, bezie­hungs­weise von vor­ne­her­ein abzu­se­hen ist, dass die vom Unternehmer geplan­ten Maßnahmen nicht zu einer voll­stän­di­gen, nach­hal­ti­gen und den aner­kann­ten Regeln der Technik ent­spre­chen­den Beseitigung der Mängel füh­ren kann.

Für die Beurteilung, ob eine durch den Werkunternehmer angebotene Mängelbeseitigungsmaßnahme geeignet ist, kommt es auf objektive Maßstäbe an.

Daher, so die Richter, müs­sen Bauherr:innen Mängelbeseitigungen nicht akzep­tie­ren, die den ver­trag­lich geschul­de­ten Erfolg nicht voll­stän­dig her­bei­füh­ren, sol­che Mängelbeseitigungsmaßnahmen dür­fen sie sogar zurückweisen.

Bei einer auf­wän­di­gen Sanierungsmaßnahme kann es — auch im Lichte bau­ver­trag­li­cher Kooperationspflichten — erfor­der­lich sein, dass der Unternehmer dem Bauherrn ein Sanierungskonzept vor­legt, das die­sem die Prüfung ermög­licht, ob eine ange­bo­tene Teilsanierung von Decken, wie in dem in Düsseldorf ent­schie­de­nen Fall, den ver­trag­lich geschul­de­ten Erfolg (hier: einen “erhöh­ten Schallschutz”) über­haupt errei­chen kann.

Es gibt — erst recht im Rahmen eines bereits bezo­ge­nen Objekts — kein Recht des Unternehmers, sich durch suk­zes­sive Mängelbeseitigungsversuche an den von ihm ver­trag­lich geschul­de­ten “erhöh­ten Schallschutz” schritt­weise (und für ihn kos­ten­spa­rend) quasi heranzutasten.

Manuela Reibold-Rolinger: “Ich finde diese Entscheidung richtig und gut!”

Dieses pra­xis­nahe Urteil liegt im Interesse bei­der Parteien, die Eignung einer umfang­rei­chen Sanierungsmaßnahme im Vorfeld zu klä­ren. So kön­nen unge­eig­nete Mängelbeseitigungsversuche, die den Bauablauf nach­hal­tig ver­zö­gern kön­nen, ver­mie­den werden.

Es ist aber zu beto­nen, dass die recht­li­che Verpflichtung zur Vorlage eines Sanierungskonzepts und die Pflicht zur koope­ra­ti­ven Klärung vor Ausführung im Einzelfall zu prüfen sind. Grundsätzlich bleibt es dabei, dass der Auftragnehmer auf­grund der Risikoverteilung die Art der Mängelbeseitigung allein bestim­men kann. Sind diese aller­dings unge­eig­net oder unvoll­stän­dig, so muss sie nicht akzep­tiert werden!

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Druck ist kein guter Partner bei Ihrem Hausbauprojekt

Druck ist kein guter Partner bei Ihrem Hausbauprojekt

Die Maxime beim Bau oder Kauf Ihrer Traumimmobilie: Lassen Sie sich von nichts und niemandem unter Druck setzen

Welcher Bauherr kennt das nicht: Wer sich zum Bau sei­ner Traumimmobilie ent­schie­den hat, lan­det frü­her oder spä­ter in einem Musterhauspark, sta­pelt Hausbauprospekte oder ver­bringt Stunden um Stunden im Internet, um ein Gefühl dafür zu bekom­men, wel­ches Haus man bauen möchte und kann. Das ist auch gut und richtig, denn mit der Konkretisierung sei­ner eige­nen Wünsche beginnt die schöne Reise zu sei­nem Traumhaus.

Dabei kann es sehr zeit­au­f­rei­bend sein, sich in diese kom­plexe und wirk­lich schwie­rige Materien ein­zu­ar­bei­ten, denn es sind ein­fach viel zu viele wich­ti­gen Dinge zu beachten, von denen man als pri­va­ter Bauherr und Baulaie schlicht keine Ahnung hat.

Bei der Umsetzung sei­ner Ziele und Vorstellungen kommt man des­halb schnell auf die Idee, sich an jeman­den zu wen­den, der einem diese Arbeit abnimmt.

 

Hex Hex und das Haus ist fertig — wäre das nicht schön,  wenn man sich sein Traumhaus von einer guten Fee wünschen könnte?

Genau in die­ser Hoffnung las­sen sich (zu) viele Bauherren von den Hochglanzprospekten, bild­star­ken Internetseiten und den blu­mi­gen Versprechungen man­cher Vertriebsprofis ver­füh­ren.

Das sind die gän­gigs­ten Versprechen, denen Sie kei­nen Glauben schen­ken dür­fen, ohne genauer hinzuschauen:

  1. Das Haus bauen wir genau so, wie heute versprochen!
  2. Weihnachten kön­nen Sie schon im neuen Haus feiern!
  3. Sie kön­nen sich auf unsere ange­ge­bene Bauzeit verlassen!
  4. Wir sind die Profis — ver­las­sen Sie sich auf uns!
  5. Sie müs­sen nur noch einziehen!
  6. Der Preis ist sicher!

Leider tritt (noch) viel zu oft genau das Gegenteil ein, wenn Bauherren nicht genau hin­schauen und sich von unse­riö­sen Baupartnern unter Druck set­zen las­sen. Denn eines kann ich Ihnen aus mei­ner lang­jäh­ri­gen Erfahrung als Fachanwältin für Bau-und Architektenrecht bestätigen:

 

Unseriöse Baupartnern geht es in erster Linie nur darum, dass Sie Ihre Unterschrift unter den Bauvertrag setzen.

Mit Ihrer Unterschrift ver­die­nen die Vertriebsmitarbeiter ihre Provision und ver­schwin­den dann meist schnell als Ihre Ansprechpartner von der Bildfläche, denn es geht dabei nur um eines:

Sie, als Kunde müs­sen vom Markt, damit Sie nicht bei der Konkurrenz unterschreiben.

Durch unter Druck gefällte Kaufentscheidungen ent­ste­hen dann oft die nach­fol­gend auf­ge­führ­ten Probleme, die eine mäch­tige “Druck-Spirale” aus­lö­sen und Sie in eine miss­li­che Lage brin­gen können:

  • Sie haben noch gar kein Grundstück.
  • Der ange­bo­tene Vertrag für das “Musterhaus” passt so nicht auf das Grundstück.
  • Die Angebote gehen in der Regel von Ihrem Maximalbudget als Bauherr aus.
  • Nach der „tech­ni­schen Prüfung“ wird klar, dass das Haus teu­rer wird.

Die Folge: Alles wird teu­rer, die Bauzeit kann nicht ein­ge­hal­ten werden und der Vertragspartner ver­sucht, sich über unwirk­same Klauseln das “Hintertürchen” offen zu halten.

 

Coolness und eigenverantwortliches Handeln ist gefragt

  • Lassen Sie sich von nie­man­dem “ein­lul­len”.
  • Handeln Sie klar und selbst­be­wusst gegen­über Ihrem zukünf­ti­gen Vertragspartner.
  • Handeln Sie nicht vor­schnell und vor allem: Lassen Sie sich nicht von einem der oben genann­ten Argumente unter Druck set­zen und leis­ten eine über­eilte Unterschrift unter einem Bauvertrag!
  • Seien Sie hell­hö­rig, denn wenn ein Baupartner “Druck macht” ist meist etwas faul und ein schlech­tes Zeichen.

Denn: Sie sind Bauherr, Sie ent­schei­den, Sie sind kein Bittsteller und…Sie zah­len alles.

 

Der Druck wird zu groß? Das sollten Sie tun:

Lösen Sie sich früh­zei­tig von die­sen Vertragspartnern und schauen Sie sich wei­ter auf dem Markt um. Es gibt viele, tolle und seriöse Baupartner, die Ihr Traumhaus sicher, pünkt­lich und nach Ihren Plänen und Vorstellungen umset­zen kön­nen.

Sie allein haben es in der Hand — denn Feen haben nur im Traum Zauberkraft.
Wir unter­stüt­zen Sie gerne dabei!

Übrigens: Dieser Blogartikel könnte Sie auch inter­es­sie­ren: 
»Hausangebote ver­glei­chen und den rich­ti­gen Baupartner finden

 

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Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung auf Ihren Bauvertrag

Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung auf Ihren Bauvertrag

Diese Auswirkungen kann die Mehrwertsteuersenkung auf Ihren Bauvertrag haben.

Am 01.07.2020 war es so weit. Die Mehrwertsteuer wurde von 19% auf 16% gesenkt. Ob und wel­che Auswirkungen diese Senkung der Mehrwertsteuer auf Ihren Bauvertrag haben kann, erklä­ren wir Ihnen in die­sem Blogartikel anhand ver­schie­de­ner Beispiele.

Inhalt die­ses Blogbeitrages:

  • Zeitpunkt der Leistungserbringung ist wichtig.
  • Mehrwertsteuersenkung bei Architektenverträgen
  • Wie kön­nen sich Nachzahlungen oder Minderungen ergeben?
  • Senkung der Mehrwertsteuer bei Pauschalverträgen

In Bauangelegenheiten ist immer der Zeitpunkt der Leistung wichtig:

Bei der Frage, wel­cher Mehrwertsteuersatz für die Zahlung der Abschlagsrechnungen gilt, ori­en­tiert sich dies in Bauangelegenheiten immer am Zeitpunkt der Leistung.

Beispiel:
Wenn Sie am 1. Juli 2020 einen Bauvertrag unter­schrie­ben haben, dann sind dort 16% Mehrwertsteuer enthalten. Wird die Leistung aber erst im März 2021 erbracht und die Mehrwertsteuer bis dahin wie­der auf 19% ange­ho­ben, so gilt der Zeitpunkt der Leistung am 1.3.2021.

Somit müs­sen Sie, obwohl Sie im Juli 2020 16% Mehrwertsteuer ver­ein­bart haben dann 19% Mehrwertsteuer zahlen.

Planen Sie bei­spiels­weise ein Haus für € 500.000, sind das immer­hin € 15.000, die Sie bei der Finanzierung im Juli 2020 bereits berück­sich­tigt haben sollten.

Achten Sie des­halb dringend dar­auf, dass es nicht auf den Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder den Zeitpunkt des Rechnungsdatums ankommt, son­dern ein­zig und allein auf den Zeitpunkt der Leistungserbringung, bezie­hungs­weise der Leistungsabnahme.

 

Ist die Mehrwertsteuersenkung auch auf Architektenleistungen anzusetzen?

Ja, die Senkung der Mehrwertsteuer gilt selbst­ver­ständ­lich auch für die Leistung eines Architekten.

Beispiel:

Wenn der Architekt bei einem Vertragsabschluss im Jahr am 01.07.2020 eine Planungsleistung inner­halb des Zeitraums Juli 2020 bis Oktober 2020 erbringt, so ist diese Leistung mit 16% zu versehen.

Wenn der glei­che Architekt dann seine Bauüberwachungsleistung im März 2021 erbringt, so ist diese Leistung mit 19% zu versteuern.

 

So ergibt sich für pri­vate Bauherren eine Verminderung oder Nachzahlung des Zahlbetrages:

Kompliziert wird es, wenn eine Planungsleistung aus dem Jahr 2018 erst im Dezember 2020 voll­endet wird und für diese Leistung bereits Abschlagszahlungen geleis­tet wur­den. Wenn dann am 3. Juli 2020 die Schlussrechnung erstellt wird, gilt für die erbrachte Leistung der Mehrwertsteuersatz von 16%.

In die­sem Fall werden nach­träg­lich auch die zuvor mit 19% per Abschlag abge­rech­ne­ten Leistungsanteile in der Schlussrechnung mit 16% ange­setzt. Insofern kommt es hier zu einer Verminderung des Zahlbetrages.

ACHTUNG:

Wenn diese Leistung jedoch bereits im Juni aus­ge­führt wurde und damit voll­stän­dig erbracht ist, und nur die Rechnungsstellung erst nach dem 01.07.2020 erfolgt, rich­tet sich der Mehrwertsteuersatz nach dem Zeitpunkt der Vollendung der erbrach­ten Leistung, d.h. zu die­sem Zeitpunkt wären 19% anzusetzen.

Im umge­kehr­ten Fall, wenn man also zwi­schen dem 01.07.2020 und 31.12.2020 eine Abschlagszahlung mit 16% Mehrwertsteuer ver­sieht und die Werkleistung im Frühjahr 2021 voll­endet ist, wird sich mit der Schlussrechnung und einem Schlussrechnungsbetrag von 19% eine Nachzahlung für den Bauherren ergeben.

Sie haben einen Pauschalpreis vereinbart?

Diese Frage wird mir häu­fig gestellt. Zunächst ein­mal ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass ein Pauschalpreis nicht bedeu­tet, dass es damit egal ist, ob es sich um einen Brutto- oder Nettopauschalpreis han­delt. Sicher ist, dass, wenn man einen Pauschalpreis ohne Mehrwertsteuer aus­han­delt, hier­auf die ent­spre­chende Mehrwertsteuer anzu­set­zen ist, die zum aktu­el­len Stand her­an­zu­zie­hen ist. Bei einem Bruttobetrag dürfte dies nicht der Fall sein. Hierbei ist es egal, wie die Leistung zu ver­gü­ten ist. Es bleibt beim Bruttobetrag incl. MwSt.

So vermeiden Sie Probleme bei der Festsetzung des Pauschalpreises:

Um Probleme zu vermeiden, soll­ten Sie auf jeden Fall ver­trag­lich fest­schrei­ben las­sen, dass die gesetz­li­che Mehrwertsteuer anfällt. Es ergibt Sinn, den Mehrwertsteuerbetrag und die Mehrwertsteuer Regelung in Ihrem Bauvertrag durch den Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und den Steuerberater prüfen zu lassen.

Fazit:

Es kommt also auf den Einzelfall und Ihren Bauvertrag an. Und: Auf den Zeitpunkt der Leistungserbringung.

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Die Krux mit der Bau-und Leistungsbeschreibung

Die Krux mit der Bau-und Leistungsbeschreibung

Die Bau-und Leistungsbeschreibung ist das Herzstück Ihres Bauvertrages

Die Bau-und Leistungsbeschreibung ist das Herzstück und Bestandteil eines jeden Eigenheim Projektes, sei es beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses von einem Bauträger oder beim Bau eines Hauses mit einem Generalunternehmer oder der Errichtung eines Fertighauses.

Eine unvoll­stän­dige und falsch ver­stan­dene Bau-und Leistungsbeschreibung kann Ihr Bauvorhaben in eine tiefe Krise stür­zen und lässt nicht wenige Bauherren zahl­rei­che schlaf­lose Nächte verbringen.

In mei­ner Kanzlei erlebe ich fast täg­lich hilf­lose Bauherren, deren Eigenheimprojekt ins Wanken gera­ten ist, weil der Bau-und Leistungsbeschreibung nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Deshalb habe ich hier meine Kurzübersicht zur Bau-und Leistungsbeschreibung für Sie zusammengestellt. 

Nicht blind auf den zukünftigen Vertragspartner verlassen

Bauherren sind in der Regel Baulaien, und soll­ten sich nicht blind dar­auf ver­las­sen, dass die Bau-und Leistungsbeschreibung alles ent­hält, was mit dem Vertragspartner bespro­chen wurde.

Lassen Sie des­halb die Bau-und Leistungsbeschreibung immer durch einen unab­hän­gi­gen Bausachverständigen genau prüfen und zwar bevor der Bauvertrag unter­schrie­ben wird.

Wie Sie einen her­vor­ra­gen­den Bausachverständigen fin­den? Als Teilnehmer unse­res Online-Kurses Bauherrenführerschein emp­fehle ich Ihnen von mir hand­ver­le­sene Experten zur baubegleitenden Qualitätskontrolle in der Nähe Ihres Bauprojektes. Der / Die Sachverständige prüft Ihre Bau-und Leistungsbeschreibung auf Herz und Nieren. Und das direkt in der Nähe Ihrer Baustelle.

Keine Unterschrift ohne vorherigen Check der Bau-und Leistungsbeschreibung

Unterschreiben Sie kei­nen Bauvertrag, wenn Ihr unab­hän­gi­ger Sachverständiger die Bau-und Leistungsbeschreibung noch nicht über­prüft hat. Sie erhal­ten näm­lich für den fest­ge­leg­ten Preis (in der Regel Festpreis bei Fertighausprojekten) nur genau das, was in der Bau-und Leistungsbeschreibung drin steht. Auf münd­li­che Vereinbarungen kann und darf man sich nicht ver­las­sen. Es gilt nur das, was im Vertrag steht!

Je kür­zer die Bau-und Leistungsbeschreibung, umso genauer soll­ten Sie hin­schauen. Meist sind viele Leistungen, von denen Sie den­ken, dass der Vertragspartner sie Ihnen schul­det, nicht enthalten. Die Folge sind oftmals: 

  • Mehrkosten in 5‑stelliger Höhe, die Sie nicht ein­kal­ku­liert haben.
  • Zeitraubende und psy­chisch belas­tende Diskussionen.

Wenn Sie hier als Bauherr nicht Eigenverantwortlich han­deln, zie­hen Sie in jeder Hinsicht den Kürzeren. So weit muss es nicht kommen.

Was der Begriff “bau­seits” damit zu tun hat, fasst die­ser Blogartikel zusam­men (»Klick).

Risiken einer unzureichenden Bau-und Leistungsbeschreibung kennen

Die Krux der Bau-und Leistungsbeschreibung liegt also nicht nur in den Positionen, die nicht enthalten sind. Im Gegenteil: Eine umfang­rei­che Bau-und Leistungsbeschreibung bedeu­tet nicht gleich­zei­tig abso­lute Sicherheit für Sie als Bauherren. Sollte es trotz­dem zu Mängeln auf Ihrer Baustelle kom­men, kön­nen Sie sich mit einem rechts­si­che­ren Vertrag und einer exak­ten Bau-und Leistungsbeschreibung auf ein­deu­tige Regelungen beru­fen, mit denen Sie und Ihr Eigenheimprojekt nicht angreif­bar sind.

Sie kom­men also um die Überprüfung Ihrer Bau-und Leistungsbeschreibung und die juris­ti­sche Prüfung Ihres Bauvertrages nicht herum. Wenn die Baubeschreibung weder gele­sen, noch ver­stan­den wurde, birgt das Risiken und kann sehr teuer werden.

Wollen Sie erfah­ren, wie Sie sich als pri­va­ter Bauherr per­fekt auf Ihr geplan­tes Eigenheimprojekt vor­be­rei­ten kön­nen? Dann neh­men Sie an mei­nen kos­ten­freien Webinaren teil. Darin zeige ich Ihnen, wel­che Fehler Sie als Bauherr vermeiden kön­nen und wie Sie sich als Bauherr:in gut aufstellen!

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Deshalb habe ich hier meine Kurzübersicht zur Bau-und Leistungsbeschreibung für Sie zusammengestellt. 

Nicht blind auf den zukünftigen Vertragspartner verlassen

Bauherren sind in der Regel Baulaien, und soll­ten sich nicht blind dar­auf ver­las­sen, dass die Bau-und Leistungsbeschreibung alles ent­hält, was mit dem Vertragspartner bespro­chen wurde. Lassen Sie des­halb die Bau-und Leistungsbeschreibung immer durch einen unab­hän­gi­gen Bausachferständigen genau prüfen und zwar bevor der Bauvertrag unter­schrie­ben wird.

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Risiken einer unzureichenden Bau-und Leistungsbeschreibung kennen

Die Krux der Bau-und Leistungsbeschreibung liegt also nicht nur in den Positionen, die nicht enthalten sind. Im Gegenteil: Eine umfang­rei­che Bau-und Leistungsbeschreibung bedeu­tet nicht gleich­zei­tig abso­lute Sicherheit für Sie als Bauherren. Sollte es trotz­dem zu Mängeln auf Ihrer Baustelle kom­men, kön­nen Sie sich mit einem rechts­si­che­ren Vertrag und einer exak­ten Bau-und Leistungsbeschreibung auf ein­deu­tige Regelungen beru­fen, mit denen Sie und Ihr Eigenheimprojekt nicht angreif­bar sind.

Sie kom­men also um die Überprüfung Ihrer Bau-und Leistungsbeschreibung und die juris­ti­sche Prüfung Ihres Bauvertrages nicht herum. Wenn die Baubeschreibung weder gele­sen, noch ver­stan­den wurde, birgt das Risiken und kann sehr teuer werden.

Wollen Sie erfah­ren, wie Sie sich als pri­va­ter Bauherr per­fekt auf Ihr geplan­tes Eigenheimprojekt vor­be­rei­ten kön­nen? Dann neh­men Sie an mei­nen kos­ten­freien Webinaren teil. Darin zeige ich Ihnen, wel­che Fehler Sie als Bauherr vermeiden kön­nen und wie Sie sich als Bauherr:in gut aufstellen!

14 unwirksame Klauseln- Gilt das auch für Ihren Fertighausvertrag?

14 unwirksame Klauseln- Gilt das auch für Ihren Fertighausvertrag?

14 unwirksame Klauseln in Hausbauverträgen — Die Unterlassungserklärung gegen DFH Haus GmbH ist rechtskräftig. Aber lässt sich das auch auf Ihren Fertighausvertrag übertragen?

Unser Blogbeitrag zur Unwirksamkeit der 14 Klauseln in Fertighausverträgen hat eine Lawine von Anfragen aus­ge­löst. Ganz oben ran­giert die Frage:

Ich baue nicht mit der DFH Haus GmbH, son­dern mit einem ande­ren Fertighausanbieter — lässt sich die Unwirksamkeit auf mei­nen Vertrag übertragen?”

Die Antwort lau­tet: Jein!
Was in Verträgen der DFH Haus GmbH unwirk­sam ist, hat selbst­ver­ständ­lich auch Auswirkungen auf andere Fertighausverträge. Aber: Es kommt immer auf die Klauseln an.

Achtung: Einen Anspruch auf Zahlung eines Ordnungsgseldes bei Verwendung der unwirk­sa­men Klauseln — trotz Urteil- hat nur der BSB (Bauherrenschutzbund e.V.) gegen die DFH Haus GmbH.

Sicherheit für Ihren bestehenden Fertighausvertrag:

Es ist unmög­lich, Pauschalaussagen zur Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von Vertragsklauseln zu tref­fen, ohne den Inhalt Ihres indi­vi­du­el­len Fertighausvertrages zu kennen.

Da uns in den ver­gan­ge­nen Tagen unzäh­lige Anfragen zu bestehen­den Fertighausverträgen erreicht haben, bie­ten wir Ihnen des­halb ab sofort in Kooperation mit der Fachanwaltskanzlei Reibold-Rolinger unse­ren kos­ten­güns­ti­gen Schnell-Checkup für bestehende Fertighausverträge an. Der Schnell-Checkup bie­tet Ihnen abso­lute Klarheit und Handlungsanweisungen in Bezug auf ggf. unwirk­same Klauseln in Ihrem eige­nen Fertighausvertrag — gleich, von wel­chem Hersteller. Buchen Sie dafür eine Online-Beratung und las­sen Sie der Kanzlei vor­her Ihren bestehen­den Vertrag zukommen.

Sie haben Ihren Bauvertrag noch nicht unter­schrie­ben und möch­ten den­noch auf der siche­ren Seite sein? Dann nut­zen Sie hier die Möglichkeit einer kos­ten­freien Ersteinschätzung »>

Das sind die 14 unwirk­sa­men Klauseln in Fertighausverträgen:

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14 unwirksame Klauseln im Fertighausvertrag- Unterlassungsurteil gegen DFH Haus GmbH rechtskräftig

14 unwirksame Klauseln im Fertighausvertrag- Unterlassungsurteil gegen DFH Haus GmbH rechtskräftig

14 unwirksame Klauseln in Hausbauverträgen — Die Unterlassungserklärung gegen DFH Haus GmbH ist rechtskräftig.

2016 hatte der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) die DFH Haus GmbH wegen unwirk­sa­mer Klauseln in Bauverträgen abge­mahnt. Nach einem Gerichtsverfahren (2 U 296 ⁄ 16 vom 2.3.2017vor dem Oberlandesgericht Koblenz, das 14 Klauseln für unwirk­sam erklärt hat und einer Nichtzulassungsbeschwerde der DFH Haus GmbH hat der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom 11.3.2020 (Az. VII ZR 64 ⁄ 17) die Nichtzulassungsbeschwerde zurück­ge­wie­sen. Somit ist das Unterlassungsurteil vom 11.3.2017 rechtskräftig.

Die DFH Haus GmbH ist die Dienstleistungsgesellschaft der Unternehmensgruppe DFH Deutsche Fertighaus Holding AG, zu der 3 Marken (massa haus, OKAL und all­kauf) gehören.

 

Die Klauseln dürfen ab sofort nicht mehr verwendet werden

Diese 14 unwirk­sa­men Klauseln oder inhalts­glei­che Klauseln dür­fen in zukünf­ti­gen Verträgen mit Verbrauchern nicht mehr genannt werden. Für Verbraucher ist ebenso wich­tig zu wis­sen: Die DFH Haus GmbH darf sich auch in bestehen­den Verträgen nicht mehr auf diese unwirk­sa­men Klauseln beziehen.

 

Das sagt Manuela Reibold-Rolinger, Fachanwältin für Bau-und Architektenrecht zu dem Urteil:

Das Urteil ist richtig und war längst über­fäl­lig. Als Fachanwältin für Bau-und Architektenrecht habe ich bereits tau­sende von Bauverträgen auf dem Tisch gehabt. Nahezu alle waren nicht unterschrifts­reif, da die Bauherren durch die ver­wen­de­ten Klauseln unan­ge­mes­sen benach­tei­ligt wurden.

Jetzt ist end­lich Klarheit geschaf­fen und die Bauherren dür­fen trans­pa­rente und faire Vertragsklauseln fordern.

Das ist das Ende von ver­steck­ten Mehrkosten, unfai­ren Verträgen und Bauverzug. Nun müs­sen mög­lichst viele Bauherren über ihre Rechte auf­ge­klärt werden, denn der Markt scheint wei­ter­hin die Vorgaben der Gerichte zu igno­rie­ren. Nur wenn die Bauherren die Klauseln ab sofort bean­stan­den, kann sich nach­hal­tig etwas ändern!”

Hinweis: Seitdem Frau Reibold-Rolinger die unwirk­sa­men Klauseln in ihrem FB Video erläu­tert hat, errei­chen uns täg­lich unzäh­lige Anfragen von Bauherr*innen mit indi­vi­du­el­len Fragen zu ihren Fertighausverträgen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir dar­über keine Aussagen tref­fen dür­fen und kön­nen, ohne den genaue Vertragsinhalt zu ken­nen. In der Regel ist das nur mit einer ein­ge­hen­den Prüfung Ihres Bauvertrages mög­lich. Für Bauherren mit einem bestehen­den, bereits unter­zeich­ne­ten Bauvertrag erar­bei­ten wir aus die­sem Grund gerade einen kos­ten­güns­ti­gen Vertrags-Check-up, mit dem Sie schnell Sicherheit über Ihren bestehen­den Bauvertrag erhal­ten. Wir hal­ten Sie auf dem Laufenden!

Bauherr*innen, die ihren Vertrag noch nicht unter­zeich­net haben, raten wir zu einer Vertragsprüfung, die Sie hier anfra­gen kön­nen. Bauglück bie­tet in Kooperation mit der Anwaltskanzlei Reibold-Rolinger einen kos­ten­freie Ersteinschätzung und unter­brei­tet ein indi­vi­du­el­les Angebot zur Prüfung Ihres Bauvertrages.

Die 14 unwirk­sa­men Klauseln in Fertighausverträgen

In einem Fertighausvertrag sind wegen Verstoßes gegen § 309 Nr. 12 b BGB fol­gende Bestimmungen zur Tatsachenfeststellung unwirksam:

1- “Mit Unterzeichnung die­ses Hausvertrags bestä­tigt der Bauherr, fol­gende Vertragsbestandteile ord­nungs­ge­mäß erhal­ten, gele­sen und ver­stan­den zu haben..“.

2- “Der Bauherr ver­si­chert, dass er Eigentümer des vor­ste­hend bezeich­ne­ten Grundstücks ist, dass das Grundstück bebau­bar ist und das Grundstück auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und nicht auf einer Insel liegt.”

3- “Der Bauherr erklärt hiermit aus­drück­lich, dass er sich über die Zulässigkeit des von ihm geplan­ten Bauvorhabens vor Abschluss die­ses Vertrags beim zustän­di­gen Bauamt und ande­ren zustän­di­gen Behörden unter­rich­tet hat.”

In einem Fertighausvertrag sind wegen Verstoßes gegen § 308 Nr. 4 und § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB fol­gende Bestimmungen zur ein­sei­ti­gen Leistungsbestimmung unwirksam:

4- “Werden aus bau­recht­li­chen Gründen oder weil sich DIN-Normen oder diese ver­gleich­bare tech­ni­sche Vorgaben geän­dert haben, Änderungen erfor­der­lich, so kann das Unternehmen diese vor­neh­men, sofern hier­durch keine Wertminderung ein­tritt und diese Änderungen für den Bauherren zumut­bar sind.”

5- “Der end­gül­tige Preis wird dann anhand der jeweils gül­ti­gen Preisliste vom Unternehmen festgelegt.”

6- “Werden auf­grund behörd­li­cher Auflagen Leistungsänderungen erfor­der­lich, trägt der Bauherr die dadurch even­tu­ell ent­ste­hen­den Mehrkosten.”

In einem Fertighausvertrag sind fol­gende Bestimmungen zum Zahlungszeitpunkt unwirksam:

7- “Die vor­ste­hen­den Zahlungsbedingungen sind erfüllt, wenn die ent­spre­chen­den Leistungen im Wesentlichen erbracht sind.”

8- “Das Fehlen ein­zel­ner Leistungen und das Vorliegen von Mängeln ste­hen der Fälligkeit ein­zel­ner Zahlungen nicht entgegen.”

9- Sowie ohne unmit­tel­ba­ren Zusammenhang mit dem Zahlungsplan bzw. der ers­ten Abschlagszahlung der Hinweis “Im Übrigen gilt § 632a Abs. 3 BGB.”

In einem Fertighausvertrag sind wegen Verstoßes gegen § 308 Nr. 5, § 309 Nr. 2 und § 307 Abs. 1 Satz 1, § 307 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB fol­gende Bestimmungen zur Abnahmewirkung unwirksam:

10- “Falls eine förm­li­che Abnahme aus Gründen, die der Bauherr zu ver­tre­ten hat, unter­bleibt, gel­ten die Leistungen des Unternehmens als abge­nom­men mit Ablauf von 12 Tagen nach schrift­li­cher Mitteilung über die Fertigstellung der Leistungen.”

11- “Hat der Bauherr das Haus oder ein­zelne Räume in Benutzung genom­men, so gilt die Abnahme nach Ablauf von sechs Tagen nach Beginn der Benutzung als erfolgt, sofern nicht anders schrift­lich ver­ein­bart ist.”

In einem Fertighausvertrag sind fol­gende Bestimmungen zur Abtretung der Darlehensauszahlungsansprüche nach § 309 Nr. 2, § 307 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam:

12- “Der Bauherr ist ver­pflich­tet, spä­tes­tens acht Wochen vor dem vor­ge­se­he­nen Beginn der Arbeiten seine Darlehensauszahlungsansprüche gegen­über der das Bauvorhaben finan­zie­ren­den Bank, dem Kreditinstitut oder dem Versicherungsunternehmen an das Unternehmen abzu­tre­ten. Die Abtretung erfolgt zur Absicherung aller sich aus dem vor­lie­gen­den Vertrag erge­be­nen Zahlungsverpflichtungen des Bauherrn gegen­über dem Unternehmen. Der Bauherr wird sein Finanzierungsinstitut anwei­sen, die Darlehensvaluta gemäß den im Darlehensvertrag und im Hausvertrag ver­ein­bar­ten Bedingungen an das Unternehmen auszuzahlen.”

13- Ziffer 2. wird auf­grund des Klauselumfangs nur gekürzt und sinn­ge­mäß wie­der­ge­ge­ben:
“Soweit der Bauherr die Vergütung aus vor­han­de­nem Eigenkapital erbringt, ist die­ses auf ein geson­dert ein­zu­rich­ten­des Bankkonto ein­zu­zah­len und der Anspruch auf Auszahlung zur Sicherheit an das Unternehmen abzutreten.”

In einem Fertighausvertrag, der auch die Lieferung sog. “Ausbaupakete”, die der Verbraucher in Eigenleistungen ver­baut, vor­sieht, ist fol­gende Bestimmung zur Mängelrüge unwirksam:

14-„Offensichtliche Mängel gelie­fer­ter Ausbaupakete müs­sen die Bauherren dem Unternehmen unver­züg­lich, spä­tes­tens jedoch inner­halb einer Woche nach Lieferung schrift­lich mit­tei­len. Dasselbe gilt, wenn das Unternehmen offen­sicht­lich eine zu geringe oder Mehrmenge gelie­fert hat. Unterlässt der Bauherr in die­sen Fällen die recht­zei­tige Mitteilung, kann er die ent­spre­chen­den Mängel bzw. Mehrmengen bei den Ausbaupaketen nicht mehr gel­tend machen.“

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Ein Fertighaus bauen ist nicht immer schneller und günstiger

Ein Fertighaus bauen ist nicht immer schneller und günstiger

Ist ein Fertighaus schneller und günstiger gebaut als alle anderen Häuser?

Das ist der Traum eines jeden pri­va­ten Bauherren: Er unter­schreibt einen Fertighausvertrag und kann nach kur­zer Fertigungs- und Bauphase schnell in sein Eigenheim ein­zie­hen. Warum das oft ein Trugschluss ist und man damit nicht unbe­dingt güns­ti­ger baut, erklärt Manuela Reibold-Rolinger:

Aktuell betreue ich wie­der einen Mandanten, der im Sommer 2018 einen Fertighausvertrag unter­schrie­ben hat, weil er schnell in sein Haus ein­zie­hen will.

Inzwischen ist er hier in mei­ner Kanzlei Mandant weil der Fertighaushersteller für frü­hes­tens Sommer 2020 den Beginn der Bauarbeiten avi­siert hat.

Woran liegt das und warum hat der Bauherr ein so gro­ßes Problem und vor allen Dingen genau das Gegenteil erreicht, von dem was er wollte, näm­lich schnell in sein neues Fertighaus einziehen?

Wie so häu­fig wurde auch die­ser Fertighausvertrag zwi­schen Tür und Angel, im kon­kre­ten Fall in einer Gaststätte, zwi­schen dem Bauherren und einem geschul­ten Vertriebsmitarbeiter unterschrieben.

Achten Sie unbedingt auf intransparente Klauseln, bevor Sie den Fertighausvertrag unterschreiben

Der Vertrag ent­hält zahl­rei­che, unwirk­same, intrans­pa­rente und für den Verbraucher schwie­rige Klauseln, so dass mein Mandant beim Unterzeichnen des Vertrages offen­kun­dig nicht bemerkte, was alles im Argen liegt. 

Seine Hoffnung, nach Unterzeichnung des Vertrages mög­lichst bald in sein Haus ein­zie­hen zu kön­nen, ist nach mehr als andert­halb Jahren völ­lig ver­lo­ren gegangen.

Mit dem Bodengutachten und der Gründung des Hauses, also der Bodenplatte began­nen die Probleme:

1.) Der Bauvertrag wurde ohne Vorlage eines Bodengutachtens unterschrieben.

2.) Der Bauvertrag wurde ohne die Klärung unter­schrie­ben, wer die Planung des Bauvorhabens durch­führt und

3.) War nicht klar, wer den Keller bzw. die Bodenplatte baut.

All diese Dinge sind jedoch Voraussetzung dafür, dass die Fertighausfirma über­haupt mit der Fertigung des Hauses begin­nen kann.

Der Fehler bei vielen Fertighausverträgen sind sogenannte Bauherrenpflichten, die Sie nicht überblicken

In der Regel werden den Bauherren so tief­grei­fende Pflichten auf­er­legt, sodass diese nicht über­bli­cken, dass sie sehr häu­fig selbst die Verspätung des Baubeginns ver­ur­sacht haben.

Das sind die Voraussetzungen zur Fertigung des Hauses:

In den Fertighausverträgen wird den Bauherren auf­er­legt, dass sie die Baugenehmigung und ein Bodengutachten vor­zu­le­gen haben und zwar jeweils erst nach Unterzeichnung des Vertrages. Sie haben die wesent­li­chen Dinge des Gebäudes zu bemus­tern, die Finanzierungsbestätigung vor­zu­le­gen, zu bestä­ti­gen, dass man mit einem Zufahrtsweg zur Baustelle kommt und einen Kran auf­stel­len kann und vor allen Dingen haben die Bauherren auch dafür zu sor­gen, dass ein Anschluss für Wasser und Strom zur Verfügung steht und selbst­ver­ständ­lich auch hier­für die Kosten zu tra­gen sind.

Durch die große Vielzahl der Verpflichtungen, die man bei der oft­mals viel zu vor­zei­ti­gen Unterzeichnung des Fertighausvertrages ein­geht, sind dem Fertighaushersteller Tür und Tor geöff­net, den Vertragsablauf in die Länge zu ziehen.

Wenn man dann auch noch nicht mal eine klare Regelung zur Bauzeit hat und vom Unternehmer gesagt bekommt, man könne die Bauzeit ja nicht fest­le­gen, weil der Bauherr noch die Planung vor­zu­le­gen habe, so ist dies bewusst so gewählt.

In der Regel emp­feh­len die Fertighaushersteller oder deren geschulte Vertriebsmitarbeiter eigene Planer, die auf der Seite der Fertighausherstellerfirma ste­hen. Mit die­sen gemein­sam werden dann ganz bewusst die Fertigstellungszeiten ver­schleppt und die Bauherren in die Irre geführt.

Das hört sich nach einem Horrorszenario für pri­vate Bauherren an, ist bei vie­len Mandanten, die mit Problemen bei Ihrem Bauvorhaben in meine Kanzlei kom­men, jedoch lei­der die Regel.

Sie haben es in der Hand, ob Sie einen sol­chen Fertighausbauvertrag ohne juris­ti­sche, fach­kun­dige Prüfung unter­schrei­ben. Ich kann nur dringend davon abra­ten, da Sie sonst genau wie die Bauherren, die hier in mei­ner Kanzlei vor­stel­lig werden, in Teufels Küche kommen.

Bauverträge prüfen lassen

Bauverträge, ins­be­son­dere aber Fertighausverträge soll­ten dringend juris­tisch geprüft werden.
Sie kön­nen und soll­ten sich nicht in Sicherheit wie­gen, weil die Fertighausfirma bun­des­weit bekannt ist, in ganz Deutschland baut und einen Standardvertrag vor­ge­legt hat, den schon viele tau­send Bauherren unter­schrie­ben haben. Ja, und viele tau­send Bauherren sind viel zu spät in ihr Haus ein­ge­zo­gen, haben den Festpreis nicht ein­hal­ten kön­nen, weil durch bewuss­tes Verzögern der Fertigstellung durch die Fertighausfirma der garan­tierte Festpreis nicht mehr gehal­ten werden kann und dann durch das Hintertürchen vom Bauherren sogar Mehrkosten gefor­dert wurden.

Ohne juris­ti­sche Beratung kommt man in die­sen Angelegenheiten in der Regel nicht wei­ter und so ist es auch hier bei dem Bauherren, der heute in mei­ner Kanzlei war. Er wird nun einige tau­send Euro an unsere Kanzlei zah­len müs­sen, damit wir ihn aus dem Schlamassel her­aus­ho­len. 

Das Argument vie­ler Fertighausfirmen, dass man den Bauvertrag nicht ändern könne ist falsch, da seriöse Fertighaushersteller durch­aus Vertragsanpassungen zulas­sen und somit auch von Seiten des Fertighausherstellers Klarheit im Vertrag herrscht.

So musste ich heute mei­nen Bauherren ent­las­sen mit dem Hinweis dar­auf, dass der Vertrag zu viele Fallstricke hat, als dass man ihm ein­fach aus der Sache her­aus hel­fen kann. 

Der Bauherr ging mit geknick­tem Kopf aus mei­ner Kanzlei und sagte:
‟Hätte ich doch nur den Bauherrenführerschein gemacht und vor Unterzeichnung den Vertrag durch Sie prüfen las­sen. Viele tau­send Euro und ganz viel Ärger wären mir erspart geblieben.‟

Die gute Nachricht: Fehler und ihre Folgen kön­nen ver­hin­dert und ein­ge­grenzt werden 🙂 

1,) Bereiten Sie sich gut auf Ihr Eigenheimprojekt vor. Es ist wahr­schein­lich die größte Investition Ihres Lebens. Sie haben es in der Hand.

2,) Stellen Sie sich ein Expertenteam aus exzel­len­ten Finanzierungsberater, juris­ti­schem Experten und Sachverständigen zusammen.

3.) Übernehmen Sie Eigenverantwortung — so kom­men Sie ohne Baukrisen zu Ihrem Bauglück.

Zeitschrift Häuser: Interview mit Manuela Reibold-Rolinger

Zeitschrift Häuser: Interview mit Manuela Reibold-Rolinger

Guter Rat ist nicht teuer: Der Bau eines Hauses ist ein Großprojekt und gelingt besser mit Unterstützung!

Voller Stolz hal­ten wir die aktu­elle Ausgabe (05I2019) der Zeitschrift Häuser in Händen. Darin spricht BAUGLÜCK Gründerin Manuela Reibold-Rolinger offen dar­über, was Bauherren beher­zi­gen soll­ten, um Streit mit Handwerkern, Bauträgern oder Architekten vermeiden zu kön­nen. Vieles spricht näm­lich gegen ein gericht­li­ches Vorgehen! 

Ein Zuhause schaffen” lautet das Titelthema dieser tollen HÄUSER Ausgabe.

Dahinter ver­ber­gen sich neben dem Interview mit Manuela Reibold-Rolinger zudem 3 wun­der­bare Berichte über Bauherren, die erzäh­len, wie ihre Träume zu Häusern wur­den sowie ein auf­schluss­rei­ches Interview mit Thomas Penningh vom Verband Privater Bauherren, der aus­führ­lich erklärt, wie man ohne Pleiten, Pech und Pannen zu sei­nem Traumhaus kommt.