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Mängel in Eigenleistung beseitigen. Lohnt sich das?

Mängel in Eigenleistung beseitigen. Lohnt sich das?

Können Sie als pri­vate Bauende ohne Weiteres ihren Bauvertrag kündigen?

Bauverträge sind bin­dend und zum Vertragen da. Es gibt jedoch ver­schie­dene Gründe, die die Kündigung Ihres Bauvertrages für Ihr “Lebenswerk Hausbau” nötig machen und recht­fer­ti­gen. Sie sind des­halb aber Ihren Vertragspartnern nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Das Gesetz sieht vor, dass Sie als Bauherr:in umfas­sende Rechte haben, sich aus Ihrem Bauvertrag zu lösen. Da diese Rechte sehr kom­plex sind, soll­ten Sie Ihre Bauvertragskündigung kei­nes­falls im Alleingang wagen, son­dern vor­her mit einer / einem Fachanwältin/ Fachanwalt für Baurecht spre­chen.

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Da ich in mei­ner Kanzlei immer wie­der von Bauenden gefragt werde, wie sie am ein­fachs­ten ihren Bauvertrag kün­di­gen kön­nen, gebe ich in die­sem Blogbeitrag des­halb Antworten zu die­sen wich­ti­gen Fragen rund um das Thema Kündigungsrecht pri­va­ter Bauherr:innen:

  • Was kön­nen die Gründe für die Auflösung eines Bauvertrages sei­tens der Bauherren sein?
  • Kann man sei­nen Bauvertrag denn ohne Weiteres kündigen?
  • Muss man sich bei der Kündigung eines Bauvertrages an bestimmte Fristen halten?
  • Wie kün­di­gen Sie einen Bauvertrag richtig man einen Bauvertrag richtig?
  • Können Sie Ihren Bauvertrag selbst kündigen?
  • Gibt es “Vorlagen” für Kündigungsschreiben?
  • Welche Konsequenzen muss man als Bauherr:in bei der Kündigung sei­nes Bauvertrages bedenken?

Die Gründe einen Hausbauvertrag kün­di­gen zu wol­len sind viel­fäl­tig. Allen vor­weg:
Sie bemer­ken zu spät, dass Sie einen ver­brau­cher­feind­li­chen Bauvertrag unter­zeich­net haben. Aus die­sem Grund werde ich nicht müde, immer wie­der dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Investition in eine Prüfung des Bauvertrages durch eine:n juristische:n Expert:in für Verbraucherbaurecht vor der Vertragesunterzeichnung nie­mals her­aus­ge­wor­fe­nes Geld ist und Sie im Extremfall sogar vor einer exis­tenz­be­dro­hen­den Baukrise ret­ten kann.

Bei spä­ter Reue ist es sehr schwie­rig, sich vom Bauvertrag zu lösen. Doch ganz aus­weg­s­los ist diese Sitaution nicht. Weder bei einem schlech­ten Bauvertrag, noch bei einem unzu­ver­läs­si­gen Vertragspartner.

Wenn trif­tige Gründe für eine Kündigung sei­tens des Auftraggebers, also Ihnen als Bauherr:in, vor­lie­gen, kön­nen Sie sich von Ihrem Vertragspartner tren­nen, ohne dass es zu finan­zi­el­len Nachteilen kommt.

Dies kön­nen im Einzelnen Gründe für die Kündigung Ihres Bauvertrages sein:

  1. Grobe Ausführungsfehler
  2. Täuschungen
  3. Drohungen mit Arbeitseinstellung, wegen offe­ner Forderung, obwohl Bauherr berech­tigt ein Leistungsverweigerungsrecht wegen Mängeln gel­tend macht.
  4. Einstellung der Arbeiten wegen Streit über Höhe des Nachtrages, obwohl andere Arbeiten aus­ge­führt werden können.
  5. Nachhaltige Weigerung, sich an die ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Leistungspflichten zu halten.
  6. Forderung von Zahlungen ohne Vertragserfüllungssicherheit zu leisten(7) Bestechlichkeit.
  7. Verstoß gegen das Kooperationsgebot.
  8. Beharrlicher Verstoß gegen die aner­kann­ten Regeln der Technik.
  9. Viele “kleine” Pflichtverletzungen berech­ti­gen ebenso zur Kündigung.

Zu Punkt 10: Mit Urteil vom 17.11.2020 hat das  OLG Dresden wie folgt ent­schie­den (6 U 34920): Auch viele “kleine” Pflichtverletzungen berech­ti­gen zur Kündigung:

Ein Bauvertrag kann aus wich­ti­gem Grund gekün­digt werden, wenn das Vertrauensverhältnis zwi­schen den Bauvertragsparteien zer­stört ist. Eine Zerstörung des Vertrauensverhältnisses kann dem OLG Dresden zufolge ent­we­der auf ein­zel­nen beson­ders schwer­wie­gen­den Vertragspflichtverletzungen beru­hen oder sich aus einer gan­zen Reihe von Pflichtverletzungen, die jeweils für sich genom­men zur Rechtfertigung einer außer­or­dent­li­chen Kündigung nicht aus­rei­chend wären, im Rahmen einer Gesamtabwägung ergeben.

Kann man einen Bauvertrag ohne Weiteres kündigen?

Die Antwort lau­tet: Nein, so ein­fach geht das nicht.

Das Kündigungsrecht für Verbraucher-Bauherr:innen ist in § 648 und § 648a  BGB gesetz­lich geregelt.

  • Freie Kündigung:
    Es ist grund­sätz­lich mög­lich, sich bis zu Vollendung des Vertrages jeder­zeit vom Bauvertrag zu lösen. Das ist dann eine soge­nannte “freie Kündigung”, die schrift­lich erfol­gen muss (§ 650h BGB). Allerdings ist das nicht immer kos­ten­frei für den Bauherren!

    Bei einer „freien“ Kündigung nach § 648 BGB, kann der Bauherr zwar jeder­zeit kün­di­gen, der Unternehmer darf in die­sen Fällen dann aber auch seine Gesamtvergütung abzüg­lich erspar­ter Aufwendungen abrech­nen. Daher kann es im Falle einer – jeder­zeit mög­li­chen – „freien“ Kündigung sehr teuer werden.

  • Kündigung aus wich­ti­gem Grund:
    § 648a BGB sieht bei einer Kündigung aus wich­ti­gem Grund vor, dass in den Fällen, in denen den Bauherren das Festhalten am Vertrag nicht mehr zuge­mu­tet werden kann, sich der Bauherr kos­ten­frei aus dem Vertrag lösen kann.

    Ob ein „Wichtiger Grund“ vor­liegt, kann in der Regel nur durch einen Experten im Verbraucherbaurecht geprüft werden. Diese Kündigungen soll­ten auf jeden Fall anwalt­lich beglei­tet werden, da der Unternehmer zunächst die Möglichkeit erhal­ten muss, den Vertrag ord­nungs­ge­mäß zu erfül­len. Eine anwalt­li­che Fristsetzung ist in der Regel erforderlich. 

 

Ich ver­traue mei­nem Bauunternehmer nicht mehr, wie kann ich den Bauvertrag kün­di­gen?
Die Kündigung muss gut vorbereitet und begrün­det werden. Eine Fristsetzung und Kündigungsandrohung per Einwurfeinschreiben sollte vor­her unbe­dingt erfolgt sein.

Wie muss eine außer­or­dent­li­che Kündigung muss per Einwurfeinschreiben schrift­lich erfolgen.

Bis wann kann man einen Bauvertrag kün­di­gen?
Bis zur Vollendung des Werkes (§648 BGB).

Die Kündigung des (Verbraucher-)Bauvertrages muss schrift­lich erfol­gen (§ 650h BGB).

Können nur Auftraggeber:innen ihren Bauvertrag kün­di­gen (Auftragnehmer / Auftraggeber?)
Grundsätzlich sieht das BGB eine freie Kündigung nur durch die Bauherr:in vor. Außerordentlich kann jedoch auch der Unternehmer kün­di­gen. Dazu werde ich in mei­nem nächs­ten Blogbeitrag mehr schreiben.

Muss ich mir alles gefal­len las­sen, wenn der Unternehmer nicht kommt oder Mängel nicht beseitigt?

Nein, wie oben dar­ge­stellt ist es durch­aus mög­lich, nach ent­spre­chen­der Prüfung, außer­or­dent­lich zu kündigen.

Richtiger Ablauf bei der Kündigung Ihres Bauvertrages:

1. Nur nach Prüfung durch einen Fachanwalt für Baurecht.

2. Mit aus­rei­chen­der Dokumentation der Bauabläufe und Nachweis der Fristsetzungen.

3. Immer schriftlich.

Gibt es eine all­ge­mein­gül­tige Vorlage zur Kündigung eines Bauvertrages?

Nein, da die Gründe kon­kret dar­zu­le­gen sind und umfas­send geprüft werden müssen.

Fazit: Vorsicht vor Alleingängen. Eine feh­ler­hafte außer­or­dent­li­che Kündigung kann in eine freie Kündigung umge­deu­tet werden — mit der Folge, dass der Unternehmer die soge­nannte „Kündigungsvergütung“ gel­tend macht.
Hier nut­zen die Unternehmer die Unerfahrenheit der Bauherren aus und for­dern – meist unberechtigt- hor­rende Summen.

Welche Konsequenzen kann die Kündigung Ihres Bauvertrages mit sich ziehen?

Bei einer freien Kündigung kann es teuer werden. Der Unternehmer kann die Vergütung abzüg­lich der erspar­ten Aufwendungen , die soge­nannte Kündigungsvergütung, verlangen.

Nach einer Kündigung muss immer ein gemein­sa­mer Termin zur Feststellung des Bautenstandes statt­fin­den und die Leistung bis zur Kündigung abge­rech­net werden.

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18 unwirksame Klauseln in einem Bauvertrag — Entscheidung des OLG Frankfurt

18 unwirksame Klauseln in einem Bauvertrag — Entscheidung des OLG Frankfurt

Justitia hat gesprochen. 18 Klauseln eines Bauvertrages für unwirksam erklärt.

Das OLG Frankfurt hat ent­schie­den: Urteil vom 28.10.2020 — 29 U 14619.

Es freut mich sehr, dass die Gerichte immer mehr auf die Rechte der Verbraucher schauen. Demnach sind zahl­rei­che Klauseln nach dem neuem Bauvertragsrecht unwirk­sam. Am 28. November 2020 hat das Oberlandesgericht Frankfurt ganze 18 (!!!) Klauseln eines Bauvertrages, der unzäh­lige Bauherren zur Unterzeichnung vor­ge­legt wurde, für unwirk­sam erklärt.

Bereits die Vorinstanz hatte 11 Klauseln bean­stan­det, das Oberlandesgericht hielt dar­auf in 2. Instanz sogar 18 Klauseln für unwirk­sam.

Die Revision vor dem Bundesgerichtshof wurde zwar zuge­las­sen, die Erfolgsaussichten in der 3. Instanz sind jedoch auf­grund der Rechtsprechung des BGH vom März 2020 als gering einzustufen.

 

Traurige Realität: Nach wie vor sind 90 Prozent der Bauverträge, die Bauherren vorgelegt werden, NICHT unterschriftsreif, da sie die Bauherren in ihren Rechten unrechtmäßig einschränken.

In die­sem Blogbeitrag erkläre ich Ihnen rechts­si­cher, wel­che Klauseln das Gericht ange­grif­fen hat. Ich kann hier nur einige her­aus­he­ben. Eine voll­stän­dige Urteilsbesprechung wird Live bei Facebook erfolgen. 

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Geklagt hatte ein gemein­nüt­zi­ger Verein, der sich für den Verbraucherschutz im Bauwesen ein­setzt. Denn nur diese Vereine haben das Recht sol­che Klagen zu erheben.

Die Beklagte ist ein Bauunternehmen, die schlüs­sel­fer­tige Häuser für Verbraucher erstellt. Das Bauunternehmen ver­wen­det einen Mustervertrag für eine Vielzahl von Fällen und nennt die­sen “Planungs- und Bauvertrag”. Diesen Vertrag greift die Klage an. Hier ist das Ergebnis:

Schon die Vorinstanz, das Landgericht, hat der Klage hin­sicht­lich von 11 Klauseln statt­ge­ge­ben. Gegen das Urteil des Landgerichts haben sowohl Kläger als auch die Beklagte Berufung ein­ge­legtIn der Berufung hat die Klägerin wei­te­ren Erfolg und die Berufung der Bauunternehmerin wird zurückgewiesen.

 

Folgende Klauseln des Bauvertrages hält das OLG Frankfurt für unwirksam:

 

  1. Klausel zur Annahme übli­cher Grundstücksgegebenheiten unwirksam.

Das OLG unter­sagte der Beklagten die Verwendung einer Klausel, wonach die Parteien davon aus­ge­hen, dass “keine unüb­li­chen Grundstücksgegebenheiten bestehen”. Diese Klausel sei, so das OLG, „für einen durch­schnitt­li­chen Verbraucher unver­ständ­lich und somit intrans­pa­rent. Dem Kunden sei voll­kom­men unklar, wann ein Grundstück noch üblich und wann es unüb­lich beschaf­fen sei.“ “Es gibt kein ‘Baugrundstück von der Stange’ ”, so das Oberlandesgericht Frankfurt.

 

  1. Klausel über Nachtragsvereinbarung bei wesent­li­chen Änderungen unwirksam.

Ebenfalls unwirk­sam ist nach Ansicht des OLG die Bestimmung, wonach, „wenn der Auftraggeber statt der vor­ge­leg­ten Ausführungsplanung wesent­li­che Änderungen for­dert, die Vertragsparteien “ver­han­deln und eine ent­spre­chende Nachtragsvereinbarung abschlie­ßen”.

Diese Klausel lasse, so der Senat, das neue Bauvertragsrechts außer Acht. Der Gesetzgeber hat im Jahr 2018 im Bauvertragsrecht ver­an­kert, dass den Bauherren aus­drück­lich ein ein­sei­ti­ges Anordnungs- bzw. Änderungsrecht zuge­bil­ligt, wenn keine güt­li­che Einigung zwi­schen den Parteien zu Stande kommt. Mit der Klausel werde — zu Unrecht, so das OLG — der Eindruck erweckt, dass der Kunde unbe­dingt eine Nachtragsvereinbarung benö­tige. Das Gesetz sieht dies jedoch aus­drück­lich nicht so.

 

  1. Klausel zu Baufahrzeugen unwirksam.

Unwirksam sei zudem eine Klausel, wonach der Bauherr zusi­chern muss, dass das Grundstück “mit schwe­ren Baufahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von 40 Tonnen befah­ren werden kann”.

Diese Klausel ist in zahl­rei­chen Bauverträgen vor­han­den und betrifft daher eine Vielzahl von Bauherren.

Ein durch­schnitt­li­cher Verbraucher, so das OLG wei­ter, könne nicht beur­tei­len, ob sein Baugrundstück mit der­ar­ti­gen Baufahrzeugen befah­ren werden könne. Dies hänge von der Beschaffenheit sei­nes Grundstücks ins­be­son­dere den Bodenverhältnissen ab sowie von der Beschaffenheit des Baufahrzeugs. Beides sei dem Kunden nicht bekannt. Genau des­halb ist ja die Einholung eines Bodengutachtens erforderlich.

 

  1. Klausel über Fiktion der Abnahme unwirksam

Nicht wirk­sam ist nach Ansicht des Gerichts auch die Klausel, wonach das Bauwerk als abge­nom­men gilt, wenn eine Frist zur Abnahme gesetzt wurde “und der Auftraggeber die Abnahme nicht inner­halb die­ser Frist unter Angabe wesent­li­cher Mängel ver­wei­gert hat”.

Auch das ist gegen das Gesetz, denn, einer­seits müs­sen die Baufirmen einen Verbraucher in Textform auf die Folgen einer nicht erklär­ten oder ohne Angabe von Mängeln ver­wei­ger­ten Abnahme hin­wei­sen. Andererseits ist nach dem Gesetz bereits dann nicht von einer Abnahme aus­zu­ge­hen, wenn der Besteller wegen eines Mangels — nicht meh­re­rer Mängel — die Abnahme ver­wei­gert hat.

Ob der Mangel wesent­lich oder unwe­sent­lich ist, spiele nach den gesetz­li­chen Regelungen eben­falls keine Rolle.

 

Mein Fazit zum Urteil des OLG Frankfurt:

Wieder ein­mal zeigt sich, dass man­che Baufirmen die gesetz­li­chen Vorgaben ein­fach über­ge­hen, igno­rie­ren und sich nach dem Motto: „Die Verbraucher ver­ste­hen ohne­hin nix.“ über das Gesetz hinwegsetzen.

2020 ist ein Jahr des Wandels und der Änderungen. Bereits die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 11.3.2020 (BGH, 11.03.2020 — VII ZR 6417zu Beginn des Jahres hat gezeigt, dass den schwar­zen Schafen unter den Baufirmen nicht wei­ter Narrenfreiheit gewährt wird. Das Urteil des OLG Frankfurt bestä­tigt diese Tendenz. Darüber bin ich sehr froh.

Nur wenn wir alle auf­merk­sam sind und gegen diese unlau­te­ren Mittel vor­ge­hen, schaf­fen wir eine Verbesserung der Baukultur in Deutschland, die zu mehr Fairness und Nachhaltigkeit auf Deutschlands Baustellen führt. Deshalb biete ich Ihnen an, dass Sie mir Ihre Verträge zuschi­cken und ich diese an den Verein zur Abmahnung ver­brau­cher­find­li­cher Klauseln wei­ter­gebe. Senden Sie mir diese bitte direkt in meine Rechtsanwaltkanzlei Reibold-Rolinger:
info@kanzlei-reibold-rolinger.de

Gemeinsam kön­nen wir es schaf­fen, das Leid vie­ler Bauherren zu verhindern.

Lassen Sie sich des­halb nicht län­ger mit die­sen Floskeln ver­schau­keln und ein­schüch­tern oder gar zu einer vor­ei­li­gen Unterschrift hinreißen:

  • Das ist ein MUSTERVERTRAG, den haben schon tau­sende von Bauherren geschrieben“.

  • Diesen Vertrag kann man nicht ändern, der bleibt so“.

  • Dieser Vertrag ist von unse­ren Fachleuten erstellt und ent­spricht dem Gesetz“.

In den aller­meis­ten Fällen sind diese Aussagen ganz ein­fach nur unwahr!
Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Jede:r die/der baut, kann sei­nen Beitrag leisten. 

»Fortsetzung folgt. In einem unse­rer nächs­ten Blogbeiträge stel­len wir Ihnen wei­tere unwirk­sa­men Klauseln vor. Bleiben Sie dran, denn… es bleibt spannend!

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    Mängelbeseitigung — Wieviel ist IHRE Arbeitszeit wert?

    Mängelbeseitigung in Eigenleistung. So viel ist Ihre Arbeitszeit wert:

    Manchmal kommt es vor, dass Unternehmer nach Abnahme oder Kündigung des Bauvertrages Mängel oder Folgeschäden nicht besei­ti­gen. Für Sie als Bauherr:in besteht dann die Möglichkeit, den Mangel ent­we­der durch einen ande­ren Bauunternehmer besei­ti­gen zu las­sen, oder aber selbst Hand anzulegen.

    Viele Bauherr:innen sind handwerklich geschickt und trauen sich die Beseitigung der Mängel deshalb in Eigenleistung zu.

    Wenn Sie sich vor­her richtig ver­hal­ten haben, dann haben Sie noch nicht den gesam­ten Werklohn an den Unternehmer gezahlt. Das eröff­net Ihnen die Möglichkeit, Ihren eige­nen Arbeitsaufwand mit dem Restwerklohn aufzurechnen.

    Wir beant­wor­ten Ihnen in die­sem Blogbeitrag die Frage:

    • wie Sie den Aufwand für eige­nes Tätigwerden berech­nen und
    • was Sie als Stundenaufwand berech­nen können.

    Einen solchen Fall hatte das OLG Frankfurt zu entscheiden:

    Die Bauherr:innen woll­ten für ihre eige­nen Arbeitszeit einen Stundensatz von 35 Euro/Stunde in Ansatz bringen.

    Der Sachverhalt war wie folgt:

    Ein Bauunternehmer wurde mit der Errichtung eines Reihenhauses beauftragt.

    Es kam zum Streit wegen Mängeln. Nach Fristsetzung der Mängelbeseitigung und Abnahme unter Vorbehalt besei­tig­ten die Bauherren die Mängel selbst und setzte dabei einen Stundenlohn von 35,00 Euro an.
    Mit der Restwerklohforderung wurde die Aufrechnung erklärt: Der Bauunternehmer ver­klagte die Bauherren auf Zahlung des Restwerklohns.

    Das Gericht der ers­ten Instanz gab dem Unternehmer Recht und ver­ur­teilte die Bauherren auf Zahlung.

    Das OLG Frankfurt stellte dazu klar, dass der Ansatz von 35,00 Euro pro Stunde für die Eigenleistungen des Bauherrn bei ein­fa­chen hand­werk­li­chen Leistungen unan­ge­mes­sen hoch sei.

    In Anlehnung an eine Entscheidung des  OLG Düsseldorf vom 30.04.2015 (Az.: I — 21 U 7114) schätzte der Senat in Ansehung der Art der durch­ge­führ­ten Arbeiten für die Eigenleistung einen Stundensatz von etwa 15 Euro als ange­mes­se­nen Betrag.

    Danach könne der Besteller  — wenn der Auftragnehmer sei­ner Verpflichtung zur Beseitigung von (Rest-)Mängeln inner­halb einer ihm vom Auftraggeber gesetz­ten ange­mes­se­nen Frist nicht nach­komme, die Mängel selbst besei­ti­gen und Aufwendungsersatz für sei­nen Arbeits- und Zeitaufwand verlangen.

    Bei ein­fa­chen hand­werk­li­chen Tätigkeiten jedoch nicht mehr als 15 Euro/Stunde.   

    (OLG Frankfurt, Urteil vom 23.11.2017 — 22 U 2316)

    Das ist kein emp­feh­lens­wer­tes Rechenexempel. Lesen Sie hierzu auch mei­nen Blogbeitrag zum Thema Eigenleistungen beim Eigenheimprojekt.

    Lassen Sie es bei Ihrer Baustelle erst gar nicht dazu kom­men, dass Sie Mängel selbst besei­ti­gen müs­sen und Sie vom Unternehmer auf Zahlung des Werklohns trotz Mängeln ver­klagt werden. Wie das am bes­ten funk­tio­niert? Am bes­ten starten Sie mit der Teilnahme an einem unse­rer Gratis-Webinare: 

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    ZDF-Reportage: Pfusch am Bau — Abenteuer Hausbau

    ZDF-Reportage: Pfusch am Bau — Abenteuer Hausbau

    Pfusch am Bau — Wenn Eigenheimprojekte in Schieflage geraten

    Keine Frage: Der Bauboom ist unge­bro­chen. Die Gründe, ein Eigenheimprojekt anzu­ge­hen, sind viel­fäl­tig. Einer von ihnen: Die Mieten vor allem in Ballungsgebieten sind hor­rend. So drän­gen immer mehr Häuslebauer in die Peripherie, um sich dort ihren Traum vom Eigenheim leis­ten zu kön­nen. Doch ihnen fehlt oft jede Erfahrung und die meis­ten sind abso­lute Baulaien.

    So auch die Baufamilien, die vom ZDF für die ZDF-Reportage “Pfusch am Bau — Abenteuer Eigenheim” beglei­tet wur­den und deren Traum von eige­nen Haus jäh zerplatze.

    Abenteuer Eigenheim

    In der ZDF-Reportage von Oliver Koytek und Jochen Schulze wird deut­lich, wie schnell man mit sei­nem Eigenheimprojekt durch man­gelnde Vorbereitung und Erfahrung in exis­tenz­be­dro­hende Baukrisen gera­ten kann, weil bei­spiels­weise Mängel und Murks zu spät erkannt werden.

    Manuela Reibold-Rolinger, Fachanwältin für Baurecht, kennt die in der ZDF-Reportage beschrie­be­nen Fälle — und viele mehr. In der Reportage beschreibt sie tref­fend, wes­halb Eigenheimprojekte in Schieflage gera­ten: Die Bau-Auftraggeber:innen haben oft ein knap­pes Budget und spa­ren des­halb an der fal­schen Stelle, näm­lich der Unterstützung durch erfah­rene Ratgeber, Sachverständige, die einen durch die gesamte Bauphase beglei­ten und nicht zuletzt.…an ihrer eige­nen Vorbereitung. Dabei ist die Finanzierung eines eige­nen Hauses oder einer eige­nen Wohnung die größte Investition, die man im Leben tätigt.

    »Hier geht es zur ZDF-Reportage
    “Pfusch am Bau — Abenteuer Eigenheim”«

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