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Das Widerrufsrecht bei Verbraucherbauverträgen — Wie muss es aussehen und was passiert, wenn es nicht im Vertrag steht?

Jeder Verbraucher hat seit dem 1.1.2018 ein gesetz­lich nor­mier­tes Widerrufsrecht, wenn der Unternehmer für ihn:

  • einen Neubau oder
  • einen Umbau in erheb­li­chem Umfang aus­führt
  • und die­ser Vertrag nicht nota­ri­ell beur­kun­det wurde.

Hierbei ist es gleich, ob ein Fertighaus oder ein Massivhaus errich­tet wird und Sie eine Bestandsimmobilie im gro­ßen Umfang sanieren oder moder­ni­sie­ren. Die Widerrufsbelehrung muss Ihnen vor­ge­legt werden.

Grundlage für diese Pflicht, die den Verbraucher vor übereilten Entscheidungen schützen soll ist § 650 i BGB. Aber wie genau muss ein Widerruf aussehen, damit er wirksam ist?

Auch hier lohnt sich der Blich in das Gesetz. Artikel 249 des EGBGB (Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch) zeigt wört­lich auf, wie eine Widerrufsbelehrung aus­se­hen muss, um wirk­sam zu sein:

Widerrufsrecht

Sie haben das Recht, bin­nen vier­zehn Tagen ohne Angabe von Gründen die­sen Vertrag zu wider­ru­fen.

Die Widerrufsfrist beträgt vier­zehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Sie beginnt nicht zu lau­fen, bevor Sie diese Belehrung in Textform erhal­ten haben.

Um Ihr Widerrufsrecht aus­zu­üben, müs­sen Sie uns (*) mit­tels einer ein­deu­ti­gen Erklärung (z.B. Brief, Telefax oder E‑Mail) über Ihren Entschluss, die­sen Vertrag zu wider­ru­fen, infor­mie­ren.

Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Erklärung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absen­den.

Folgen des Widerrufs

Wenn Sie die­sen Vertrag wider­ru­fen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhal­ten haben, unver­züg­lich zurück­zu­zah­len.

Sie müs­sen uns im Falle des Widerrufs alle Leistungen zurück­ge­ben, die Sie bis zum Widerruf von uns erhal­ten haben. Ist die Rückgewähr einer Leistung ihrer Natur nach aus­ge­schlos­sen, las­sen sich etwa ver­wen­dete Baumaterialien nicht ohne Zerstörung ent­fer­nen, müs­sen Sie Wertersatz dafür bezah­len.

Gestaltungshinweis:

* Fügen Sie Ihren Namen oder den Namen Ihres Unternehmens, Ihre Anschrift und Ihre Telefonnummer ein. Sofern ver­füg­bar sind zusätz­lich anzu­ge­ben: Ihre Telefaxnummer und E‑Mail-Adresse.

Klar und deutlich

Die Belehrung muss klar und deut­lich als ein­zel­ner Vertragsbestandteil abge­grenzt, in den Vertrag imple­men­tiert sein.

Wenn sie fehlt, ver­län­gert sich das Widerrufsrecht um 1 Jahr. Man hat dann also 1 Jahr und 14 Tage nach Vertragsabschluss das Recht, den Vertrag zu wider­ru­fen. Wenn zu die­sem Zeitpunkt bereits Baumaßnahmen auf Ihrem Grundstück ent­stan­den sind, so haben Sie hier­für einen Wertersatz zu zah­len. 


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